Hilfe zur Selbsthilfe – Wann ist Lerncoaching sinnvoll?

Einschätzungen gibt Lerncoach Marion Finsterwald

Von Christine Schniedermann

Sitzt Ihr Kind ewig an den Hausarbeiten? Haben Sie das Gefühl, dass sich Ihr Kind schwer konzentrieren kann? Hat Ihr Kind eine negative Einstellung zum Lernen und gibt es ständig Streit um die Hausaufgaben? Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, es eigentlich besser in der Schule abschneiden müsste? Dies könnten Anzeichen sein, einmal einen Lerncoach zu konsultieren.

Beim Lerncoaching geht es um „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie es Marion Finsterwald ausdrückt. Sie ist ein ausgebildeter Lerncoach und Inhaberin von „PILARA® LernCoaching“ in München-Trudering (www.pilara.de). Zu ihr kommen Kinder, die sich in der Schule schnell ablenken lassen, oder die Stress mit den Eltern beim Thema Hausaufgaben haben.

Marion Finsterwald betont, dass Lerncoaching weder eine Therapie noch Nachhilfe ist. „Sinn und Zweck ist es, Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, ihr eigenes Lernverhalten zu reflektieren, hinderliches Lernverhalten abzulegen und förderliches Lernverhalten zu trainieren“, sagt Finsterwald. Es gehe beim Lerncoaching nicht um das Heilen von Lernstörungen, sondern es werde mit Kindern gearbeitet, die „sich selbst dafür entschieden haben, ihr Lernverhalten zum Positiven hin verändern zu wollen.“ Und im Gegensatz zur fachlichen Nachhilfe gehe es beim Lerncoaching vor allem um „Softskills“. „Themen des Lerncoachings sind meist: Lerntechniken kennenzulernen, Lernorganisation und Zeitmanagement zu verbessern, sich in anstrengenden Lernphasen selbst motivieren zu können, Konzentrationsfähigkeit zu verbessern sowie gelassener in Prüfungen zu gehen“, erklärt Marion Finsterwald. Allerdings wird das Lerncoaching oft durch Nachhilfe ergänzt, denn wer unmotiviert ist oder sich schnell ablenken lässt, der schreibt meist nicht die besten Noten und dann muss auch Stoff nachgeholt werden.

Marion Finsterwald unterstützt da, wo es gerade hakt. Denn die Situationen und Probleme sind sehr individuell. „Ich hatte einmal eine Schülerin, die lernen wollte, wie man sich schwierige Vokabeln besser merken kann oder einen Abiturienten, der kurz vor den Abschlussprüfungen in ein Motivationsloch fiel und dieses überwinden wollte“, berichtet Marion Finsterwald. Auch Beruhigungsstrategien kann sie für diejenigen anbieten, die bei Prüfungen zu aufgeregt sind. Lerncoaching kann aber auch für sehr begabte Kinder hilfreich sein, wenn diese an einer Konzentrationsschwäche leiden, weil sie so viel Wissen und Ideen im Kopf haben.

Tipps für Eltern

Doch Eltern brauchen nicht sofort nach der ersten unkonzentriert gelösten Aufgabe einen Lerncoach aufsuchen. Denn es gibt einige Tipps, die Zuhause ausprobiert werden können. „Es ist wichtig, dass Kinder zwischen den Hausaufgaben Pausen machen“, empfiehlt Marion Finsterwald. Wenn das Kind 25 Minuten gearbeitet hat, kann es eine fünfminütige Entspannungs- oder Bewegungspause machen und aus dem Fenster sehen oder Seil springen. „Wichtig ist, dass die Kinder in der Pause nicht fernsehen, Computer spielen, lesen oder am Handy daddeln“, sagt Finsterwald. Denn das Kind soll sich für die nächste Lerneinheit entspannen. Nach vier 25-Minuten-Intervallen ist eine längere Pause fällig. Die Zeiten können natürlich auch angepasst werden. „Da die Eltern ihr Kind gut kennen, werden sie leicht herausfinden, welche Zeiteinheit für ihr Kind günstig ist. Generell soll diese Technik Kindern helfen, sich besser zu konzentrieren und Ängste vor dem Hausaufgaben- und Lernpensum abzubauen. Zudem bekommen Kinder ein erstes Gespür für Zeitmanagement.“

Neben Schülern und Jugendlichen coacht Marion Finsterwald aber auch Studierende und Auszubildende. „Zu mir kam einmal eine Auszubildende, die sich ein Priorisierungs- und Zeitmanagement für die anstehende Abschlussprüfung erarbeiten wollte. Oder einem Jurastudenten, der in den Prüfungen zu aufgeregt war, um sein ganzes Wissen abzurufen, habe ich Beruhigungsstrategien gezeigt. Jeder Fall ist anders“, sagt Marion Finsterwald. „Und da muss man ganz genau schauen, was dem Kind oder dem Erwachsenen helfen kann.“ Sie bietet ein kostenloses Erstgespräch an, um herauszufinden, ob Lerncoaching die richtige Methode ist und falls ja, mit welchem Ansatz man weitermacht.

Marion Finsterwald ist Systemischer LernCoach und Juristin

www.pilara.de

Christine Schniedermann

Christine Schniedermann ist Mutter, freie Journalistin und Autorin

www.muensterlandroman.de