Als Familie nachhaltig leben – 7 wichtige Anregungen

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind Themen, die für alle immer wichtiger werden. Schließlich geht es darum, die Erde für die Nachkommen so gut es geht zu erhalten. Dafür sollten auch Kinder schon früh für diese Themen sensibilisiert werden, damit es für sie ganz selbstverständlich wird, zum Beispiel Wasser zu sparen, keinen Müll auf die Straße zu werfen und die Dinge zu schätzen, anstatt sie als Wegwerfartikel zu behandeln.

Wir haben ein paar Anregungen gesammelt, mit denen Kinder schon von klein auf lernen können, nachhaltig zu handeln. Diese Praktiken werden für sie dann selbstverständlich und keine Anstrengung mehr sein.

  1. Muss ich das kaufen? Brauche ich es Neu oder ist gebraucht auch in Ordnung? Vielleicht ist sogar der Verzicht die richtige Lösung? Es nutzt nichts, den Kindern Vorträge zu halten, wenn man nicht mit gutem Beispiel vorangeht. Kinder registrieren sehr genau, was die Eltern kaufen und ob das neue iPhone ein refurbished Modell ist. Auch die PS-Zahl der Familienkutsche straft manches Elternteil lügen, das von Umweltschutz fabuliert, selbst aber nicht genug dafür tut. Es braucht ein grundsätzliches Umdenken, nämlich dass es sich nicht um einen Verzicht handelt, wenn man nicht alles kauft. Im Gegenteil ist es ein besonderer Luxus, nachhaltige, fair gehandelte und ökologische Dinge zu kaufen, die zwar etwas teurer sind, dafür aber länger halten.
  2. Sollte ich das wegschmeißen? Wer billig kauft, kauft zweimal, heißt es so schön. In diesem Satz fehlt der Mittelteil, nämlich dass die zuerst gekaufte Sache in der Regel weggeschmissen wird. Doch ohnehin landen viele Dinge im Müll, die aber noch gut zu verwenden wären. Sei es, dass ein Spiel nicht mehr interessant oder ein Kleidungsstück zu klein geworden ist. Am besten kann man mit den Kindern gemeinsam die Dinge aussortieren und ihnen beibringen, die Artikel zu spenden oder die gebrauchten Sachen in gutem Zustand gar online weiterverkaufen. Hier gibt es mittlerweile viele tolle Plattformen wie zum Beispiel ebay.de oder auch momox.de, auf denen man problemlos und schnell alte Sachen wie Bücher, DVDs, Spiele oder auch Kleidung zum Festpreis verkaufen kann. Das ist viel besser als wegschmeißen und mit das durch den Verkauf gewonnene Geld kann dann wieder in eine Neue (noch besser sogar eine gebrauchte) Sache investiert werden.
  3. Gibt es das auch ohne Plastik? Ohne Zweifel ist Plastik ein sehr praktisches Material, das nicht umsonst einen weltweiten Siegeszug angetreten hat. Dennoch gilt auch, dass es mittlerweile viel zu viel davon auf dem Planeten gibt und dass der Werkstoff, der unter anderem aus Erdöl besteht, einfach nicht verrottet und stattdessen in kleinste Teile zerfällt, die sich überall in unserer Umgebung finden. Darum ist es so wichtig, dass man beim Einkaufen immer versucht, eine Alternative ohne Plastik zu finden, selbst wenn das bedeutet, dass diese eventuell etwas weniger lange hält.
  4. Wie kann ich die Natur schätzen? Nur was man kennt und liebt, das schützt man auch. Kinder sollten von klein auf einen engen Kontakt zur Natur pflegen dürfen, was sie meistens von selbst wollen und auch sehr genießen. Mit den Kleinsten macht man regelmäßige Ausflüge mit dem Kinderwagen oder Tragetuch und gewöhnt sie daran, bei Wind und Wetter draußen zu sein. Mit den Größeren schnappt man sich Dreirad oder Fahrrad und genießt die schöne Umgebung. Schon das Buddeln im Sandkasten und das Sammeln von Naturmaterialien, mit denen man dann zusammen etwas Schönes basteln kann, schärfen auf ganz natürliche und spielerische Weise das Empfinden für die Natur.
  5. Wie wertvoll ist Wasser? Wie wunderbar, dass unsere Kinder mit der selbstverständlichen Verfügbarkeit von Wasser aufwachsen dürfen. Dennoch sollten sie lernen, dass es ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Wasser ist eine endliche und unendlich wertvolle Ressource, die Grundlage unsere Lebens. Wir sensibilisieren sie durch die Ermutigung, die Toiletten halb zu spülen (Stopptaste), durch die Ermahnung, das Wasser abzustellen, wenn sie ihre Hände gewaschen haben oder während des Zähneputzens und selbstverständlich: keinen Müll in den Fluss zu werfen.
  6. Geht das auch mit weniger Strom? Strom ist ein kleines Wunder aus der Steckdose und das Lebenselixier unseres modernen Lebens. Man kann mit Kindern schon früh über Elektrizität sprechen und sie ermutigen, das Licht auszuschalten, wenn sie nicht im Zimmer sind. Das wird eine Weile sehr abstrakt sein, da man den Strom und seinen Verbrauch ja nicht sehen kann (es sei denn, am Zähler), aber der frühzeitige Umgang mit diesen Dingen sensibilisiert und wird so zur Selbstverständlichkeit.
  7. Was passiert mit Essensresten? Ganz und gar kein ekliges Thema, denn zersetztes Essen und organisches Material wird zum besten Dünger, den man sich vorstellen kann – die Natur ist eben ein Kreislauf! Es ist wertvoll für Kinder, etwas über diesen Kreislauf zu lernen, etwa durch Aufklärung über den natürlichen Zersetzungszyklus am Beispiel einer kleinen Wurmfarm oder der Kompostierung von Speiseresten, falls ein Garten vorhanden ist. Sie können auch Aktivitäten vom Garten zum Teller erleben, also Keimen von Samen, Pflanzenanzucht, Jäten, Gemüsegarten, Ernte und dann Kochen.

Wer sich als Eltern vornimmt, seinen Kindern etwas über Nachhaltigkeit beizubringen, der sollte zunächst den eigenen Lebensstil kritisch unter die Lupe nehmen. Es ist kaum möglich, ganz perfekt zu leben, doch das muss vielleicht auch nicht sein. Man sollte jedoch immer offen für Anregungen sein und die Kinder auch in diese Entscheidungen einbeziehen. Wenn sie mehr über diese Themen lernen, für die sie sich oft begeistern können, kann man einen von ihnen Tipp annehmen. Das stärkt das Selbstbewusstsein und hilft, bessere Entscheidungen zu treffen!

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