Ich geh doch nicht mit jedem mit!

& Kim kann stark sein

Kinderbuch-Rezensionen

Von Christine Schniedermann

Ich geh doch nicht mit jedem mit!

Immer wieder gibt es auch mit jüngeren Kindern Themen, die nicht ganz einfach zu erklären sind. Eltern fragen sich: „Wie gehe ich damit um? Was kann ich meinem Kind sagen, ohne es zu verängstigen? Wie erkläre ich ein schwieriges Thema am besten?“

In „Ich geh doch nicht mit jedem mit!“ (Loewe-Verlag) wartet die kleine Lu vor dem Kindergarten, um abgeholt zu werden. Mehrfach wird sie angesprochen. Von Nachbarn, von einem Mann, den sie  mal zusammen mit Papa gesehen hat, von Bekannten. Alle bieten ihr an, sie nach Hause zu bringen, da es regnet. Doch Lu hat klare Regeln mit den Eltern vereinbart: Sie darf nur mit wenigen abgesprochenen Menschen wie Mama, Papa, ihrem Bruder oder Frau Besenbinder mitgehen. Sonst mit niemanden.

Allerdings sagen die Erwachsenen und Bekannten: „Wir kennen uns doch.“ Und Lu beginnt jeweils zu überlegen: Weiß sie, ob Rolf Haustiere hat? Wie heißt der Hund von Frau Schmidt? Keine Ahnung.

Lu kommt zu dem Schluss, dass sie ein bisschen über die Menschen weiß, aber sie kennt sie nicht wirklich. Mit diesem Buch, das liebevoll von Dagmar Geisler gestaltet wurde, lässt sich Kindern wunderbar erklären machen, was es bedeutet, jemanden tatsächlich zu kennen. Zudem sind die Regeln, die Lu mit ihren Eltern ausgemacht hat, sehr hilfreich und können auf die eigenen Kinder übertragen werden. Das Buch erklärt, differenziert, macht aber keine Angst. Nicht mal vor dem Mann, der Lu überreden will, in sein Auto einzusteigen.

 

Kim kann stark sein

Viele Kindergarten- und Schulkinder wurden sicherlich schon von älteren oder vermeintlich stärkeren Kindern geärgert. Manche Kinder wissen dann nicht genau, wie sie mit der Situation umgehen sollen. „Kim kann stark sein“ von Elisabeth Zöller (Loewe-Verlag) möchte Kinder ermutigen, sich nicht von anderen ärgern und herumschubsen zu lassen.

Kim hat vor zwei gemeinen Kindern in ihrem Kindergarten Angst, die sie immerzu ärgern und aufziehen. Zunächst macht und fühlt sie sich ganz klein. Doch als ihre Erzieherin mit den Kindern kleine Schatzkisten bastelt, in das jedes Kind seine „Schätze“, also etwas, dass das Kind besonders gut kann, hinlegen soll, da begreift Kim, dass auch sie Schätze in sich trägt. Sie ist wertvoll und muss sich nicht von anderen hänseln lassen. Kim stellt sich den gemeinen Kindern entgegen. Sie lernt, dass man „Nein“ sagen kann und nicht alles hinzunehmen braucht.

Die Kinder nach ihren „Schätzen“ suchen zu lassen, sich bewusst zu werden, wo sie stark sind, ist eine sehr schöne und aufmunternde Idee der Autorin.

Dagmar Geisler
ab 3 Jahren
LOEWE
9,90 Euro
ISBN 978-3-7855-6239-0

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Elisabeth Zöller
ab 3 Jahren
LOEWE
9,90 Euro
ISBN 978-3-7855-8023-3

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Christine Schniedermann Autorin

 

Christine Schniedermann ist Mutter, freie Journalistin und Autorin

www.muensterlandroman.de