Reisen mit Kindern:

So sind Eltern für alle Eventualitäten gerüstet

Reisen mit Kindern können zu den schönsten Reisen überhaupt werden, wenn alles so läuft, wie man sich das eben vorstellt. Doch die Kleinen und vielleicht auch nicht mehr ganz so Kleinen haben oft ihre ganz eigenen Vorstellen und mitunter andere Bedürfnisse als die Eltern. Bevor sich die Dramen und Probleme im Urlaub mit Kindern und Jugendlichen häufen, sorgt man lieber vor. Schon mit der Suche nach dem passenden Reiseziel für die Familienreisen lässt sich Gemeckere und anstrengenden Streits aus dem Weg gehen.

Flugverspätung und die Kinder werden quengelig? Warum nicht einfach mit ihnen den Flughafen erkunden. Eltern sollten auf alle möglichen Eventualitäten vorbereitet sein!

Reiseziele richtig aussuchen

Wir wollen gleich zu Beginn eine Lanze brechen: Viele Eltern haben Hemmungen, mit Baby, Kleinkind oder auch noch mit Jugendlichen zusammen längere Reisen zu machen. Dann werden oft Reiseziele um die Ecke ausgesucht, die mal eben mit dem Auto zu erreichen sind. Denn, so die Einstellung, dann ist man ja auch schnell wieder zuhause, wenn mal was sein sollte.

Es gibt sicherlich einige Probleme, denen man auf Reisen aus dem Weg gehen kann und sollte. Allerdings sollte Eltern die Entfernung zu Reisezielen, zu denen der Flug mit den Kindern angetreten wird, am wenigsten Sorgen machen. Babys stellen natürlich durchaus eine Ausnahme dar. Hier müssen Eltern sich gut überlegen, ob sie sich, den anderen Passagieren und den Kleinen selbst lange Flüge zumuten möchten. Wichtig ist, wenn möglich, Sitzplätze mit Bassinet (Babybettchen) hinzuzubuchen. Auch ist schon während der Buchung darauf zu achten, ob Verpflegung für Babys und Kleidnkinder nagebten wird.

Auch ein Kleinkind im zweiten oder dritten Lebensjahr kann beim Fliegen übrigens anstrengend sein. Denn in diesen Jahren sind Kinder sehr mobil, gleichzeitig aber auch in einer Trotzphase. Lange Reisen mit Kindern in diesem Alter sollten also doppelt überdacht werden. Bei akuten oder absehbaren gesundheitlichen Problemen der Kleinen ist die Sache natürlich klar. Hier fallen lange Flüge raus.

Abgesehen davon sollte auch längeren Flügen nichts im Weg stehen. Eltern sollten ihre Kinder aber – insofern diese sich schon artikulieren können natürlich – in die Planung miteinbeziehen und mit ihnen zusammen buchen. Wenn das Reiseziel für den Urlaub etwa gemeinsam rausgesucht wird, kann dadurch Gezeter am Urlaubsort aus dem Weg gegangen werden. Gerade Jugendliche haben oft konkrete Vorstellungen und sind daher unbedingt zu fragen, wohin sie am liebsten möchten.

Umgang mit kurzfristigen Änderungen

Eltern und Kinder freuen sich gerade am Reisetag meist gleichermaßen auf den Familienurlaub, doch eine Sache unterscheidet beide. Während Erwachsene mit eventuell kruzfristig auftretenden Änderungen halbwegs vernünftig umgehen können (auch, wenn die Enttäuschung natürlich auch bei ihnen groß ist), kommen Kinder mit solchen Planänderungen oft nur schwer klar.

Fliegen mit Babys oder Kindern zwischen zwei und drei Jahren kann zu einer nervenzerreißenden Geduldsprobe werden.

Man stelle sich etwa vor, dass die ganze Familie am frühesten Morgen aufgestanden und trotz Übermüdung hochmotiviert zum Flughafen augebrochen ist. Dort angekommen fängt die Warterei an, weil der Flug Verspätung hat. Schon beim Warten sinkt die Laune und die Kinder werden vielleicht quengelig. Letztlich braucht die Maschine drei Stunden länger, bis sie endlich abhebt oder der Flug muss gar auf einen anderen Tag verschoben werden. Was die Fluggastrechte betrifft, muss man sich wenig Sorgen machen. Seit die entsprechende Verordnung 2004 in Kraft getreten ist, lassen sich die Ansprüche als Verbraucher einfach geltend machen. Soll heißen: Man wird fürs Warten gut entschädigt.

Der Stress, der beim Warten während Reisen mit Kindern entsteht, verschwindet damit allerdings nicht. Vor allem, wenn man nicht weiß, wie lange es denn noch dauert, bis der Flieger endlich bereit ist. Es ist daher zu empfehlen, die Kinder zum einen darauf vorzubereiten, dass es zu Verspätungen kommen kann. Am besten verspricht man ihnen keine genauen Zeiten, zu denen es endlich losgeht oder zu denen dies oder jenes passiert.

Zum anderen brauchen Kinder etwas zu tun. Ablenkung ist die beste Methode, Kindern die Langeweile zu nehmen und Quengeleien zu vermeiden. Es kann schon eine gute Beschäftigung sein, mit den Kleinen gemeinsam die Flughafenräumlichkeiten zu erkunden. Was für Erwachsene ganz normal ist, ist für Kinder mitunter eine ganz neue, spannende Welt. Ähnlich wie die Spiele für lange Autofahrten  können natürlich auch beim Warten an Bahnhöfen oder Flughäfen kleine Unterhaltungsspielchen gespielt werden. Auch sie sind ein prima Zeitvertreib.

Wer einmal einen Moment für sich möchte, sollte im Voraus einige Apps für Kinder aufs Smartphone oder das Tablet laden. Dann kann der Nachwuchs sich auch einmal eine Weile selbst beschäftigen.

Typischen „Urlaubsgefahren“ vorbeugen

Viele Eltern denken bei Reisen mit Kindern vor allem an die Sonne in südlichen Ländern als die größte Gefahr. Das ist nicht ganz falsch, ist die Kinderhaut doch noch einmal deutlich sensbiler, als die Erwachsenenhaut. Sonnenbrände sollten dringend vermieden werden. Doch es gibt auch noch andere „typische Urlaubsgefahren“ auf die sich vorzubereiten ist.

  • Zunächst noch einmal kurz zurück zur Sonne: Klar ist, dass die Kinder, sobald sie der direkten Sonne ausgesetzt sind, stets eingecremt sein sollten. Ein Sonnenschutfaktor von mindestens 30 ist zu empfehlen. Zusätzlich ist zu einem Kopfschutz – etwa einem Hut oder einer Schirmmütze – geraten. So kann ein Sonnenstich besser vermieden werden.

Was oft nicht bedacht wird: Die UV-Strahlung ist auch bei leicht bedecktem Himmel, hinter dem die Sonne brutzelt, schädlich. Kinder (und Eltern natürlich auch) sollten auch dann stets eingecremt ins Freie gehen. Übrigens sind in den meisten Autos oft nur die Frontscheibe mit Schutz gegen UVA- und UVB-Strahlen ausgestattet. An die Seitenscheiben sollten also Rollos, Schutzblenden oder UV-Folien angebracht werden – gerade, wenn Babys, Kinder oder Jugendliche mit an Bord sind.

  • Der Strand kann manchmal genau gefährlich sein, wie das Meer.

    Wer Reisen mit Kindern ans Meer unternimmt, sollte einerseits das Meer, aber auch den Strand als potenzielle Gefahr im Auge behalten. Die Gefahren des Meeres sind klar: Ebbe und Flut und der Sog es Wassers, brechende Wellen an der Küste und gefährliche Tiere – allen voran giftige Quallen – können Kinder in große Gefahr bringen.

Doch auch der Strand, bzw. der Sand ist nicht ungefährlich. Die meisten Eltern schauen sich den Strand kurz an und beschließen dann, dass es hier harmlos aussieht, weil beispielsweise wenig Müll rumliegt und sie viele andere Kinder spielen sehen. Das heißt allerdings gar nichts. Im Sand verstecken sich oft scharfe Kronkorken oder auch einmal Glasscherben, die zu schweren Verletzungen führen können. Daher sollten Eltern nur zusammen mit den Kleinen „buddeln“. Dann lässt sich auch sicherstellen, dass lecker aussehende, bunte Plastikteilchen und Ähnliches nicht in den Mund genommen werden.

Übrigens übersteigt der Durst (und der Hunger) an heißen Tagen am Meer oft alle Erwartungen. Eltern packen also lieber vermeintlich ein bisschen zu viel ein, als zu wenig.

  • Sandstrände hat man bei Hotelanlagen nicht und auch das wilde Meer ist hier keine Gefahr. Doch auch Pools haben es in sich. Verheddern sich die Haare von Kindern in den Ansauganlagen am Boden oder an der Beckenwand, kann selbst ein starker Erwachsener ein Kind darauf oft kaum befreien. Auch herumliegende Kabel können gefährlich sein. Zudem sollten Eltern genau prüfen, ob evenmtuelle Einstiegsleitern festverankert sind. Eine Inspektion des Pools ist unbedingt vorzunehmen, bevor die Kleinen mit dem Planschen beginnen. Auch hier gilt außerdem natürlich: Immer ein Auge auf die Kinder haben!
  • Letztlich ist auch an spezielle Impfungen für Kinder zu denken, wenn ein tropisches Reiseziel ausgesucht wird. Für Reiseziele in Europa sollten die Kinder mit den „Standardimpfungen“ gut gerüstet sein. Welche Impfungen für welche Region empfohlen sind und welches Mindestalter für Impfungen mit Alterseinschränkung gilt, lässt sich etwa auf Websites von Tropeninstituten

Entspannter reisen mit Jugendlichen

Während beim Reisen mit Kindern Dinge, wie plötzliche Reiseänderungen, Stimmungsschwankungen oder nicht bedachte Gefahren die Eventualitäten sind, gegen die sich zu rüsten ist, sieht es bei Jugendlichen ein bisschen anders aus. Denn Teenager können in der Regel auf sich selbst aufpassen. Sie haben aber ihren eigenen Kopf – und der durchkreuzt so manche Pläne und Vorhaben.

Eltern sollten damit rechnen, dass Teenager während des Urlaubs immer wieder störrisch werden. Es gilt dann, zu reden und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.

Grundsätzlich gilt für Eltern, dass mit Teenagern am besten eher lockere Urlaubsplanungen gemacht werden sollten. Während einen selbst vielleicht schöne Strände oder auch spannende Städte anlocken, haben Jugendliche manchmal mehr Lust am Smartphone zu spielen oder einen ganzen Tag lang am Pool zu faulenzen. Damit muss man rechnen und das Beste daraus machen. Dann wird die Zeit eben zu zweit, unter Erwachsenen, genutzt. Wichtig ist nur, dass bei zu viel Medienzeit eingeschritten wird. Der Urlaub soll zu Teilen auch der Erholung vom medialen Chaos dienen.

Um zumindest ein wenig Ordnung in die Reisen mit älteren Kindern zu bringen, sollte feste Familienzeit eingeplant werden. So haben sich beispielsweise alle daran zu halten, dass gemeinsam gefrühstückt und sich zu einer bestimmten Zeit zum Abendessen eingefunden wird.

Wer übrigens unbedingt möchte, dass die Jugendlichen immer mit dabei sind und bei keinem Ausflug fehlen, kann ja folgendes Konzept anwenden: Einen Ausflug planen die Eltern und den nächsten die Jugendlichen. Das ist nicht nur fair und motiviert den Nachwuchs, mitzukommen, meistens hat man bei solchen Familienreisen sogar den meisten Spaß. Denn dann lassen sich alle auf Dinge ein, die sie sonst vielleicht nicht gemacht hätten und erleben dadurch die spannendsten Momente.