Wandern mit Kindern: So macht die Tour auch den Kleinsten Spaß

Wandern kann ein großes Vergnügen für die ganze Familie sein. So lassen sich Ausflüge mit Kindern gut planen.

Wandern muss nicht langweilig sein

Wer kennt es nicht? Die Eltern möchten am Wochenende gerne eine Wanderung machen, doch wenn sie den Plan den Kindern vorstellen, ernten sie missmutige Gesichter. Wandern galt lange Zeit als wenig kindertauglich. Einfach geradeaus laufen und dabei auch noch Gepäck schleppen, klingt nicht besonders spannend.

Dabei kann eine Wanderung mit der Familie ein echtes Abenteuer sein. In der Natur gibt es so viel zu entdecken und zu erleben. Tiere und Pflanzen, die Jahreszeiten und das Wetter, verwunschene Wälder, glasklare Seen und Bäche, die zum Planschen einladen, Naturlehrpfade mit interessanten Themenwelten, sogar spannende Rätsel und Schatzsuchen und natürlich Picknick unter freiem Himmel. Na, wenn das nicht nach einem gelungen Ausflug für die ganze Familie klingt.

Es ist nicht so schwer, aus einer Wanderung ein spannendes Event für kleine Entdecker zu machen. Wir zeigen, wie Groß und Klein bei der Familienwanderung auf ihre Kosten kommen.

Auf die richtige Wanderroute kommt es an

Damit sich auch kleine Kinder für eine gemeinsame Wanderung begeistern können, muss die Route passend gewählt werden. Je nach Alter, Leistungsfähigkeit und Interessen der jüngeren Familienmitglieder gibt es viele schöne und spannende Wanderrouten in ganz Deutschland und unseren europäischen Nachbarländern. Von familienfreundlichen Wegen, die sogar für den Kinderwagen geeignet sind, über spannende Kletterpartien durchs Gebirge bis hin zu echten Erlebnistouren mit Eventfaktor ist für jeden Geschmack etwas zu finden.

Wichtig ist, die Wanderroute an die Interessen und vor allem an die Leistungsfähigkeit der jüngsten Mitwandernden anzupassen. Auch wenn Kinder im Alltag manchmal schier unerschöpfliche Energie zu haben scheinen, können sie nicht dasselbe Wanderpensum bewältigen, wie Erwachsene. Wie lang eine Wanderstrecke sein darf, hängt individuell davon ab, wie gut ein Kind zu Fuß ist. Damit alle von Anfang bis Ende mit Spaß dabei sind, sollten Länge und Schwierigkeitsgrad der Route an die körperlichen Voraussetzungen des am wenigsten leistungsfähigen Mitgliedes der Wandertruppe angepasst werden. Da kleine Kinder selten nur geradeaus gehen, sondern hin und her laufen, auf Hügel, Felsen oder Bäume klettern und auch sonst einiges an Beiprogramm absolvieren, legen sie mehr Wegstrecke zurück als Erwachsene und verbrauchen auch viel mehr Energie als beim gleichmäßigen Gehen. Auch das sollten Eltern bei der Planung einer leistbaren Wanderroute im Hinterkopf behalten.

Der Deutsche Wanderverband hat als Orientierungshilfe für Familien eine einfache Faustregel formuliert:
„Lebensalter mal 1,5. Ein Sechsjähriger schafft also zum Beispiel neun Kilometer. Geht es bergauf oder bergab, entsprechen 100 Höhenmeter einem Kilometer.“
(Quelle: https://www.wanderverband.de)

Für Kinder sollte der gesamte Ausflug überschaubar bleiben. Das Ziel muss immer erreichbar erscheinen und nicht in weiter Ferne liegen, sonst bleibt die Motivation gleich zu Hause. Am besten geeignet sind Routen, die sich gut in kleine Etappen unterteilen lassen und viele schöne Fleckchen für eine Rast bieten. Am besten sind Rastplätze, an denen Kinder etwas entdecken oder sich gut beschäftigen können. Ein kleiner Bachlauf, ein paar Kletterfelsen, ein Naturlehrpfad, ein Abenteuerspielplatz oder ein spannender Aussichtspunkt sind interessante Zwischenziele, an denen sich neue Kraft tanken lässt und die Vorfreude auf den weiteren Streckenverlauf machen. Auch die Pausen sollten individuell nach den Kraftreserven der weniger leistungsfähigen Mitwanderer eingelegt werden. So lässt sich Frust vermeiden und der Ausflug wird nicht zur Belastungsprobe.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte eine Wanderroute wählen, die sich nach dem Erreichen von spannenden Etappenzielen auch abkürzen lässt, wenn Motivation und Kraft vorzeitig nachlassen.

Schmutzig werden ausdrücklich erlaubt

Die meisten Kinder lieben es, sich nach Herzenslust schmutzig machen zu dürfen. Eine Wanderung kann um einen interessanten Aspekt reicher werden, wenn schmutzig werden ausdrücklich erlaubt ist. In Schlammpfützen springen, auf dem Hintern einen Hügel hinunterrutschen, durchs Unterholz kriechen, so macht Wandern richtig Spaß. Wenn es warm ist, sollten Kinder auch einfach barfuß durch die Natur laufen dürfen. Am Ende des Tages sind dann zwar sowohl Hände und Füße als auch die Kleider reif für eine gründliche Reinigung, dafür war jede Menge Spaß im Gepäck und Langeweile hat keine Chance.

Die meisten Verschmutzungen, die beim Wandern entstehen, gehen aus normaler Kleidung rückstandslos wieder raus. Hartnäckiger können zum Beispiel Grasflecken oder nasser Sand und Matsch sein. Für starke Verschmutzungen empfiehlt sich gleich bei der Heimkehr eine Vorbehandlung mit Gallseife oder anderen bewährten Fleckentfernern und anschließend ein gründlicher Waschgang in der Maschine.

Für Wanderungen eignet sich ohnehin am besten strapazierfähige Kleidung, die ruhig schmutzig werden darf und bei der es auch nicht schlimm ist, wenn nicht alle Erinnerungen an die letzte Abenteuertour spurlos wieder verschwinden. Damit die Freude am Wandern erhalten bleibt, sollten sich Kinder jederzeit ungezwungen bewegen dürfen.

Gemeinsam macht es viel mehr Spaß

Wandern ist vor allem für Kinder eine Aktivität, die in Gruppen am meisten Spaß macht. Je mehr Abenteurer mit von der Partie sind, desto besser. Für Familien werden Wanderausflüge deshalb besonders entspannt, wenn sie sich in größeren Gruppen zusammenschließen und gemeinsam losziehen. So können die Kinder gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen und für die Erwachsenen bleibt einmal genügend Zeit, um in Ruhe zu plaudern.

Sind Geschwisterkinder vorhanden, können Wanderungen auch für einzelne Familien ein tolles Erlebnis werden. Vor allem Einzelkinder haben aber deutlich mehr Spaß, wenn weitere Familien mit Kindern dabei sind.

Eigenes Marschgepäck für Kinder

Für Kinder ist es wichtig, als vollwertiges Familienmitglied ernst genommen zu werden. Wenn es an die Planung der nächsten Wanderung geht, kann es eine Menge Vorfreude wecken, wenn auch für die Kleinen ein Bündel geschnürt wird. Natürlich sollte das Marschgepäck für Kinder bequem und leicht sein. Es gibt viele Kleinigkeiten, die im Kinderrucksack Platz finden können. Ein Päckchen Taschentücher, ein paar Wechselsocken, ein Trinkpäckchen, ein paar Kekse.

Natürlich sollte das tapfer getragene Gepäck beim gemeinsamen Picknick auch hervorgezaubert werden. So leisten die Kleinen einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der ganzen Wandertruppe und werden ihren Rucksack mit Stolz und viel Energie tragen.

Spannendes unterwegs und am Ziel

Eine Wanderroute ist nur so interessant wie das, was es zu erleben gibt. Ein schnurgerader Weg birgt wenig Potenzial für Abenteuer. Geht es aber durch dichten Wald, über felsige Wegstrecken, auf denen auch einmal geklettert werden muss oder durch Bachläufe, wird die Wanderung schnell zur Erlebnistour. Kinder lieben Wasser, Entdeckungen in der Natur und natürlich Rätsel und Geheimnisse.

Eltern können eine Wanderroute zum Beispiel aufpeppen, indem sie einen Naturlehrpfad wählen, der selbst schon eine Menge zu bieten hat. Eine schöne Alternative ist auch eine kleine Schatzsuche, bei der die Kinder spannende Rätsel lösen können. Eine gute Grundlage bieten auch spezielle Kinderangebote im Bereich Geocaching. Ältere Kinder, die sich für die Natur interessieren, können auch mit Becherlupe, Kompass und Naturführer losziehen und gemeinsam mit Mama und Papa Tiere und Pflanzen bestimmen. So wird der Ausflug nicht nur spannend, sondern auch sehr lehrreich.

Natürlich sollte vor allem das Ziel der Wanderung mit Bedacht gewählt werden. Am Ende der Mühen sollte kleine Abenteurer etwas Lohnendes erwarten. Das kann ein spannender Ort sein, wie zum Beispiel eine Höhle, die erkundet werden möchte, oder auch ein gemütlicher Picknickplatz, auf dem ein Lagerfeuer angezündet werden darf. Stockbrot und Würstchen über offenem Feuer sind der perfekte Abschluss für einen gelungenen Wandertag. Der Weg zum Auto oder nach Hause sollte anschließend allerdings nicht mehr weit sein.

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