Was kostet ein Kredit?

Kreditzinsen verstehen und richtig vergleichen

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Zum Schulanfang stehen in vielen Familien größere Ausgaben an – vom Ranzen über Bücher bis hin zu Sportausrüstung, Laptops und IPads. Schnell zeigt sich: Wer nur auf den Preis des einzelnen Stücks schaut, verliert den Überblick über die Gesamtkosten. Genauso ist es beim Kredit. Der kann vieles erleichtern – die Renovierung der Wohnung, den lang ersehnten Autokauf oder das Umschulden alter Verbindlichkeiten. Doch was viele nicht bedenken: Der Preis fürs Geldleihen basiert nicht auf der monatlichen Rate allein. Zinsen, Tilgung, Laufzeit – ohne genaue Prüfung kann ein Kredit deutlich teurer werden als gedacht. Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, nachfolgend einige Tipps, um Kreditangebote besser zu verstehen.

Kreditzinsen wirken auf den ersten Blick wie reine Mathematik. Die Logik ist aber einfacher: Wer Geld von einer Bank leiht, zahlt dafür Zinsen – also eine Art „Miete“ für das Kapital, das temporär zur Verfügung steht. Zinsen stellen die Wirtschaftlichkeit der Bank sicher und dienen gleichzeitig als Absicherung gegen verschiedene Risiken. Denn wer einen Kredit vergibt, trägt immer auch das Risiko, dass das geliehene Geld nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt wird. Der Zinssatz deckt zudem interne Verwaltungs- und Bearbeitungskosten der Bank ab und ist Teil der Gewinnmarge. Damit Sie als Kreditnehmer:in die Kontrolle behalten, gilt es, die wichtigsten Begriffe zu verstehen.

Sollzins, Jahreszins und Effektivzins einfach erklärt

Der Sollzins, auch Nominalzins genannt, beschreibt den reinen Zinssatz, der für den aufgenommenen Kreditbetrag anfällt – gewissermaßen der „Grundpreis“ für das geliehene Geld. Er bezieht sich ausschließlich auf die Verzinsung des Darlehens selbst und lässt alle weiteren Kosten wie Bearbeitungsgebühren, Vermittlungsprovisionen oder andere Nebenkosten unberücksichtigt.

Deutlich aussagekräftiger für die tatsächliche finanzielle Belastung ist jedoch der effektive Jahreszins. Dieser Zinssatz bezieht alle zusätzlichen Kreditkosten mit ein. Dadurch bildet der effektive Jahreszins die tatsächlichen Gesamtkosten des Kredits pro Jahr wesentlich genauer ab.

Gerade beim Vergleich verschiedener Kreditangebote kommt dem effektiven Jahreszins eine zentrale Bedeutung zu. Da jedes Kreditinstitut seine Gebührenstruktur individuell gestaltet, kann ein vermeintlich günstiger Sollzins durch zusätzliche Gebühren in der Gesamtbetrachtung teurer ausfallen als ein Angebot mit zunächst höherem Sollzinssatz. Wer Angebote objektiv bewerten möchte, sollte daher konsequent den effektiven Jahreszins als maßgeblichen Vergleichswert heranziehen – nur dieser zeigt transparent, wie viel ein Kredit über die Laufzeit tatsächlich kostet.

Zinsen und Tilgung: Wie setzt sich die Rate zusammen?

Noch wichtiger als der Zinssatz ist oft die Frage, wie sich die monatliche Rate zusammensetzt. Viele wundern sich: „Es wird doch jeden Monat gezahlt – warum wird die Restschuld kaum kleiner?“ Die Antwort liegt im Verhältnis von Zins- zu Tilgungsanteil.

Beim Ratenkredit bleibt die Monatsrate in der Regel gleich – doch zu Beginn fließt ein Großteil in den Ausgleich der Zinsen und nicht in die Tilgung. Der Grund: Zinsen werden auf die Restschuld berechnet und die ist am Anfang am höchsten. Nur ein kleiner Teil der Rate reduziert zu Beginn den offenen Kreditbetrag. Mit jeder Zahlung sinkt die Restschuld ein wenig mehr, wodurch der Zinsanteil schrumpft und die Tilgung allmählich steigt. Erst im späteren Verlauf beschleunigt sich die Rückzahlung spürbar. Daher sind Laufzeit und Tilgungsstruktur entscheidend für die Gesamtkosten eines Darlehens.

Günstige Monatsrate – teurer Kredit? Ein Rechenbeispiel

Kleine Raten sind auf den ersten Blick attraktiv. Doch was auf der monatlichen Kontoübersicht angenehm aussieht, kostet insgesamt in der Regel deutlich mehr. Denn längere Laufzeiten bedeuten zwar kleinere Monatsraten – aber auch, dass über viele Jahre Zinsen auf die Restschuld gezahlt werden. Hier ein vereinfachtes Rechenbeispiel für einen Kredit über 10.000 € bei 5 % effektivem Jahreszins:

Laufzeit – Monatliche Rate – Gesamtkosten (ca.)
3 Jahre – ca. 300 € – ca. 10.800 €
5 Jahre – ca. 190 € – ca. 11.400 €
7 Jahre – ca. 145 € – ca. 12.200 €

Je länger die Rückzahlung dauert, desto mehr Zinsen summieren sich – obwohl die monatliche Belastung gleich bleibt. Deshalb sollte der Blick stets auf den Effektivzins und die Gesamtkosten gerichtet sein, nicht nur auf den bequemen Ratenbetrag.

Stellschraube Zinssatz

Die Höhe der Zinsen hängt von mehreren Faktoren ab. Je kürzer ein Kredit läuft, desto geringer ist das Risiko für die Bank und damit oft auch der Zinssatz. Wer Sicherheiten wie Immobilien oder Wertgegenstände einbringt, senkt das Ausfallrisiko weiter. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Bonität. Auch bei einem geringeren Schufa-Score ist ein faires Kreditangebot nach individueller Prüfung des Antragstellers durch einen Anbieter wie Consors Finanz möglich. Das zusätzliche von der Bank getragene Ausfallrisiko kann jedoch den Zinssatz erhöhen.

Wer Zinsen versteht, spart langfristig

Wer versteht, wie Kreditzinsen zustande kommen, kann die richtigen Finanzentscheidungen für die eigenen Anforderungen treffen. Statt nur auf niedrige Monatsraten zu achten, sollte der Fokus insbesondere auf den Gesamtkosten liegen. Bei der Laufzeit kommt es auch auf die persönliche Lebenssituation an – auch mit Blick auf die Zukunft. Gerade Familien, die zum Schulbeginn viele Anschaffungen gleichzeitig stemmen müssen, profitieren von einem klaren Blick auf die langfristigen Kosten. Eine gepflegte Bonität und das Einbringen von Sicherheiten verbessern die Verhandlungsposition. Bei offenen Fragen kann eine persönliche Beratung durch einen verantwortungsvollen Finanzbegleiter weiterhelfen. Denn gut informiert lässt sich oft mehr sparen, als zunächst erwartet.

André Tintrop: Head of Business & Operations Steering (Quelle: Consors Finanz)

André Tintrop hat Betriebswirtschaft an der Hochschule Bochum studiert. Er hat über 20 Jahre Führungserfahrung im Retail Banking und ist seit 2011 für Consors Finanz tätig. In seiner derzeitigen Funktion als Head of Business & Operations Steering besteht seine Aufgabe unter anderem darin, Consors Finanz sukzessive zu einem Budget Companion (verantwortungsvollen Finanzbegleiter) zu entwickeln. Dabei sind Kundenorientierung, Transparenz und eine verantwortungs- und vertrauensvolle Begleitung der Kund:innen von entscheidender Bedeutung. Als Vater von zwei Kindern kennt er die Themen, die Familien in Finanzsachen besonders beschäftigen, aus erster Hand und gibt maßgeschneiderte Tipps.  

Autor: André Tintrop: Head of Business & Operations Steering (Quelle: Consors Finanz)
Abbildung 1: © Quelle: Getty Images 1032862472