Almenwanderung in Grassau

Almenwanderung in Grassau

Hefteralm, Rachlalm und Staffn-Alm

Familienwanderung bei Grassau

Manchmal sucht man genau diese eine Wanderung: nicht zu schwer, aber trotzdem abwechslungsreich. Schön für Kinder, gut machbar für die ganze Familie und mit genügend Pausenmöglichkeiten unterwegs. Genau so eine Tour haben wir bei Grassau im Chiemgau unternommen mit Familie, Freunden und Oma.

Gestartet sind wir am Museum Salz & Moor im Klaushäusl bei Grassau. Direkt dort gibt es einen kostenlosen Wanderparkplatz. Er ist nicht riesig, aber vermutlich auch noch nicht ganz so bekannt. Wer am Wochenende oder in den Ferien unterwegs ist, sollte trotzdem lieber nicht zu spät starten.

Direkt hinter dem Museum wartet eine lange, steile Treppe, an der entlang kleine Kugelbahnen verlaufen. Die Holzkugeln können am Parkplatz bzw. am Museum gekauft werden. Wer vorbereitet sein möchte, kann auch selbst eine passende Kugel mitbringen. Ein Golfball dürfte von der Größe her vermutlich ebenfalls funktionieren. So wird der erste Anstieg gleich viel unterhaltsamer.

Gerade für Kinder ist die Strecke schön, weil sie nicht eintönig wird: mal geht es durch den Wald, mal öffnet sich der Blick, dann hört man Kuhglocken oder entdeckt die ersten Tiere auf den Weiden. Trotzdem ist die Wanderung kein ganz flacher Spaziergang, sondern eine echte kleine Familientour. Vor allem der Start über die Stufen ist machbar, aber durchaus sportlich. Mit kleineren Kindern oder Großeltern sollte man einfach etwas mehr Zeit einplanen.

Die Tour ist eine schöne Mischung aus Waldwegen, Almwiesen, kleinen Steigungen, Ausblicken und ganz viel Almgefühl. Unser erstes Ziel war die Hefteralm.

Hefteralm – Tiere, Spielplatz und echtes Almgefühl

Der Weg dorthin führt zunächst durch den Wald, zwischendurch wird es etwas steiler, bleibt aber gut machbar. Nach dem Waldstück führte uns der Weg über eine Weide, vorbei an den gemütlich grasenden Kühen.

Die Hefteralm war für die Kinder direkt ein Highlight. Kaum angekommen, waren die Tiere spannender als jede Brotzeit. Besonders die Ziegen hatten es ihnen angetan und sie konnten sich kaum losreißen. Bezaubernd waren auch die kleinen Fohlen und die Ponys, die direkt an der Alm weideten.

Für kleinere Kinder gibt es an der Hefteralm einen schönen Spielplatz. Wir haben hier nur eine Trinkpause gemacht, da uns die Schlange beim Essenholen etwas zu lang war. Aber allein die Pause mit Blick auf die Weiden, die Pferde und Kühe war wunderschön. Die Hefteralm hat einen ganz eigenen Charme: bodenständig, lebendig und herrlich idyllisch.

Weiter zur Rachlalm – traditionell und wunderbar gemütlich

Von der Hefteralm ging es weiter zur Rachlalm. Der Weg dorthin dauerte bei uns ungefähr 15 Minuten und führte angenehm weiter, leicht ansteigend, durch die Almlandschaft. Die Rachlalm wirkte auf uns besonders traditionell und ursprünglich. Hier hat man einen schönen Blick ins Tal, sitzt gemütlich und spürt sofort dieses besondere Almgefühl.

Die Kühe waren sehr zutraulich und kamen neugierig an den Zaun. Währenddessen schlängelte sich die Hauskatze ganz entspannt über den Handlauf und an den Kühen vorbei. Auch die Hühner liefen frei zwischen den Bänken hindurch und ließen sich weder von Hunden noch von Besuchern aus der Ruhe bringen.

Hier genossen wir die Brotzeitbrettl und machten eine längere Pause. Genau solche Momente machen eine Wanderung mit Kindern so schön: frische Bergluft, Tiere um einen herum, Kuhglocken, Almwiesen und das Gefühl, ganz weit weg vom Alltag zu sein.

Noch weiter bis zur Staffn-Alm

Eigentlich hätte man an der Rachlalm wunderbar Schluss machen können. Unsere Kinder hatten aber noch nicht genug. Sie wollten unbedingt ein Schnitzel essen. Also ging es weiter zur Staffn-Alm.

Dieser Abschnitt dauerte ungefähr 20 Minuten und war landschaftlich besonders schön. Der Weg führte über eine blühende Wiese mit herrlichem Blick Richtung Chiemsee. In der Ferne konnte man  sogar die Fraueninsel sehen. Über uns kreisten Paraglider, denn in der Nähe der Staffn-Alm befindet sich ein Startplatz. Auf dem Rückweg blieben wir noch stehen und beobachteten, wie sie starteten und hinab ins Tal glitten.

Kurz vor der Alm kommt man an der Bergstation der Hochplattenbahn vorbei. Die Hochplattenbahn fährt von Marquartstein hinauf auf rund 1.040 Meter und ist eine praktische Alternative für Familien, die sich den Aufstieg sparen oder die Wanderung verkürzen möchten. Von der Bergstation aus sind kleinere Touren, der Bergwalderlebnisweg Staffen und die Staffn-Alm gut erreichbar. Der Bergwalderlebnisweg ist rund 4 km lang und bietet mehrere Stationen zum Spielen, Entdecken und Lernen, perfekt für Familien. www.kimapa.de/bergwalderlebnisweg-staffn-alm-chiemgau

Staffn-Alm – Sonnenterrasse, Spielplatz und Chiemgau-Blick

Die Staffn-Alm liegt herrlich oberhalb der Bergstation der Hochplattenbahn und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Familien und Ausflügler. Hier gibt es eine große Sonnenterrasse, eine gemütliche Gaststube, hausgemachte Kuchen, bayerische Küche und einen Spielplatz direkt vor der Alm.

Für uns war die Staffn-Alm der perfekte Ort für eine ausgiebige Pause. Wir genossen das leckere Essen, den Blick in die Chiemgauer Berge und die entspannte Atmosphäre rund um die Alm. Während die Kinder noch etwas spielen konnten, ließen wir es uns auf der Sonnenterrasse gut gehen und sammelten neue Kraft für den Rückweg.

Nach unserer Einkehr entschieden wir uns allerdings gegen eine weitere Runde oder den Abstieg über einen anderen Weg und wanderten auf demselben Weg wieder zurück.

Rückweg Richtung Wasserfall – schön, aber nicht ganz ohne

Für den Rückweg entschieden wir uns nicht für den direkten steileren Steig, sondern nahmen den Weg Richtung Grießenbach-Wasserfall bzw. Museum Salz & Moor. Ganz einfach war aber auch diese Variante nicht. Der Weg führte wieder abwechslungsreich durch den Wald, zwischendurch gab es aber auch ein steileres Stück und einige Stufen.

Gerade mit kleineren Kindern oder Großeltern sollte man hier also etwas Zeit einplanen und feste Schuhe tragen. Es ist keine schwierige Bergtour, aber eben auch kein flacher Spazierweg. Der Rückweg war landschaftlich sehr schön, durch den Wald angenehm schattig und passte für uns gut. Von hier kommt man wieder zu den Stufen hinter dem Klaushäusl. Wen noch Energie hat, kann hier nochmal die Kugeln in den Bahnen sausen lassen.

Wer die Runde mit Kindern, Oma oder Opa läuft, sollte wissen: Die Tour ist gut machbar, aber durch die Steigungen, Waldwege und Stufen durchaus eine richtige Wanderung.

Einschätzung zur Wanderung

Die Wanderung zu Hefteralm, Rachlalm und Staffn-Alm ist eine wunderschöne, abwechslungsreiche Familientour – aber man sollte sie nicht unterschätzen. Es gibt immer wieder Steigungen, Waldwege, schmalere Abschnitte und auf dem Rückweg Richtung Wasserfall auch ein steileres Stück mit Stufen.

Für wanderfreudige Kinder ist die Tour gut machbar, vor allem weil unterwegs so viel geboten ist: Tiere, Almwiesen, Wald, Spielplätze, Chiemsee-Blick und mehrere Einkehrmöglichkeiten. Mit kleineren Kindern, Großeltern oder weniger geübten Wanderern sollte man aber genügend Pausen einplanen.

Die klassische Runde zur Hefteralm und Rachlalm ab Museum Salz & Moor wird mit etwa 9 Kilometern und rund 380 Höhenmetern beschrieben. Durch unsere Verlängerung bis zur Staffn-Alm wurde daraus eine längere Tour. Die größere Grassauer-Almen-Runde wird offiziell mit rund 13 Kilometern, ca. 5 Stunden Gehzeit und etwa 660 bis 700 Höhenmetern angegeben.

Charakter:
Abwechslungsreiche Wanderung durch Wald, über Almwiesen, vorbei an Kühen, Pferden, Ponys und Ziegen. Immer wieder gibt es Steigungen, Waldwege und auch steilere Abschnitte mit Stufen.

Alternative Startpunkte:
Man kann alternativ auch vom Parkplatz der Hochplattenbahn in Marquartstein, von Grassau selbst oder von der Bergstation der Hochplattenbahn starten. Von der Bergstation bis zur Rachlalm sind es nur etwa 800 Meter, perfekt für alle, die es besonders gemütlich angehen lassen möchten.

Rückweg:
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für den Rückweg. Wir sind von der Staffn-Alm auf dem gleichen Weg zurückgewandert und haben später die Variante Richtung Wasserfall bzw. Museum Salz & Moor gewählt. Auch dieser Rückweg war landschaftlich schön, aber nicht ganz ohne: Es gab ein steileres Stück mit Stufen, daher sollte man auch hier feste Schuhe tragen und etwas Zeit einplanen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Abstieg ab der Rachlalm über die breite Fahrstraße, die auch von Radfahrern genutzt wird. Dieser Abschnitt ist zunächst weniger spannend, geht aber bald in einen schönen Waldweg über. Der Weg führt überwiegend sanft bergab, durch viel Grün und vorbei an Himbeersträuchern. Beim Stehtrumpf überquert man eine Weide und den Torgraben, bevor es weiter zur Zeppelinhöhe geht. Dort wartet ein schöner Aussichtspunkt mit Blick auf Grassau und zwei Bänken für eine Pause. Von der Zeppelinhöhe sind es noch etwa 2,5 Kilometer zurück zum Parkplatz am Museum Salz & Moor,

Info zur Wanderung

Startpunkt:
Museum Salz & Moor / Klaushäusl
Adresse:
Klaushäusl 11
83224 Grassau

Goolge-Maps

Parken:
Kostenloser Wanderparkplatz direkt am Museum Salz & Moor.

Tour:
Familienwanderung ab Museum Salz & Moor zur Hefteralm, weiter zur Rachlalm und optional bis zur Staffn-Alm.

Unsere Tourdaten auf einen Blick:

  • Startpunkt: Museum Salz & Moor / Klaushäusl bei Grassau
  • Route: Museum Salz & Moor – Hefteralm – Rachlalm – Staffn-Alm – zurück Richtung Museum Salz & Moor
  • Länge: ca. 13 Kilometer
  • Höhenmeter: ca. 660 bis 700 Höhenmeter
  • Reine Gehzeit: ca. 5 Stunden
  • Unsere Einschätzung: Mit Kindern, Oma, Einkehrpausen und Zeit zum Schauen, Spielen und Tiere beobachten sollte man deutlich mehr Zeit einplanen.
  • Schwierigkeit: gut machbar, aber kein flacher Spaziergang – es gibt Steigungen, Waldwege und teils steilere Abschnitte mit Stufen
  • Kinderwagen: nicht geeignet
  • Empfehlung: feste Schuhe tragen und genügend Pausen einplanen