Japan mit Kindern: Unsere Familienreise zwischen Tokio, Osaka und Kyoto

Japan mit Kindern: Unsere Familienreise zwischen Tokio, Osaka und Kyoto

Japan mit Kindern:

Unsere Familienreise zwischen Tokio, Osaka und Kyoto

Japan stand schon lange ganz oben auf der Wunschliste unserer Kinder. Vor allem Tokio hatte es ihnen angetan. Als große Pokémon Fans wollten sie unbedingt einmal dorthin, wo Pikachu und Co. praktisch zu Hause sind. Für uns Erwachsene war der Reiz ein anderer. Wir wollten gemeinsam mit unseren Kindern in eine Welt eintauchen, die sich möglichst stark von unserem Alltag unterscheidet.

Und genau das haben wir bekommen.

Der Flug nach Japan ist lang, keine Frage. Aber wenn man ans andere Ende der Welt möchte, gehört die Anreise eben dazu. Und schon nach den ersten Stunden in Tokio war die Müdigkeit fast vergessen.

Tokio: Einmal eintauchen in eine andere Welt

Tokio hat uns vom ersten Moment an geflasht. Riesige Leuchtreklamen, gewaltige Kreuzungen, unzählige Menschen, kleine Restaurants, Tempel zwischen Hochhäusern und überall Dinge, die wir so noch nie gesehen hatten.

Dabei überraschte uns besonders, wie entspannt sich diese Millionenstadt anfühlte. Selbst dort, wo unglaublich viele Menschen unterwegs waren, entstand kaum Gedränge. Die Menschen erlebten wir als ausgesprochen freundlich, höflich und rücksichtsvoll.

Wir waren jeden Tag viele Kilometer zu Fuß unterwegs und erkundeten dabei ganz unterschiedliche Viertel.

Shinjuku, Shibuya und Harajuku

Shinjuku war für uns das Tokio, das man aus Filmen und Bildern kennt. Neonlichter, riesige Bildschirme und unzählige Reklametafeln prägen besonders am Abend das Straßenbild. Ein Highlight war die berühmte dreidimensionale Katze auf einem riesigen Bildschirm. Sie wirkt verblüffend echt, miaut über die Straße und scheint teilweise sogar mit ihrer Umgebung zu interagieren.

Durch das leuchtende Tor ging es weiter nach Kabukichō, Shinjukus bekanntem Vergnügungsviertel. Hier reiht sich eine Leuchtreklame an die nächste, dazwischen Restaurants, Bars, Spielhallen und jede Menge Menschen. Natürlich entdeckten wir auch den berühmten Godzilla Kopf und einen riesigen Don Quijote. Die sogenannten Donki Kaufhäuser sind ein Erlebnis für sich. Auf mehreren Etagen gibt es Snacks, Kosmetik, Souvenirs, Kleidung, Elektronik und jede Menge Kuriositäten.

Doch Shinjuku kann auch ganz anders. Im Shinjuku Gyoen National Garden standen wir plötzlich mitten im Grünen. Gepflegte japanische Gärten, Teiche und kleine Pavillons bilden einen wunderschönen Kontrast zu den Hochhäusern, die hinter den Baumwipfeln hervorragen. Für uns eine willkommene kleine Verschnaufpause vom Trubel der Stadt.

Einen tollen kostenlosen Tipp entdeckten wir ebenfalls in Shinjuku. Vom Tokyo Metropolitan Government Building hat man von der Aussichtsplattform einen fantastischen Blick über Tokio. Am Abend sahen wir uns außerdem die farbenprächtige Licht und Projektionsshow an der Fassade des Gebäudes an. Aussicht und Show kosten keinen Eintritt.

In Shibuya durfte natürlich die berühmte Shibuya Scramble Crossing nicht fehlen. Sobald der Verkehr stoppt, strömen die Fußgänger gleichzeitig aus allen Richtungen über die Kreuzung, sogar diagonal. Man weiß kaum, wohin man zuerst schauen soll. Und trotzdem kommt irgendwie jeder dort an, wo er hinmöchte. Shibuya ist außerdem ein Paradies zum Shoppen. Theoretisch zumindest. Wir waren so sehr mit Schauen und Entdecken beschäftigt, dass dafür erstaunlich wenig Zeit blieb.

Einen besonders schönen Kontrast erlebten wir rund um Harajuku. Zunächst besuchten wir den Meiji Schrein, einen der bedeutendsten Shintō Schreine Tokios. Schon der Weg durch den dichten Wald und die riesigen Torii Tore sind beeindruckend. Sehenswert sind auch die langen Reihen kunstvoll bemalter Sakefässer. Kaum zu glauben, dass man sich noch mitten in einer der größten Metropolen der Welt befindet.

Nur wenig später standen wir auf der berühmten Takeshita Street und damit gefühlt in einer völlig anderen Welt. Hier wird es bunt, verrückt und ziemlich süß. Vintage Shops wechseln sich mit außergewöhnlichen Läden, kleinen Essensständen und einer erstaunlichen Anzahl an Tiercafés ab. Katzen, Hunde, Minischweine und sogar Capybaras kann man hier entdecken. Gefühlt gibt es kaum etwas, was es nicht gibt. Wir probierten Bubble Tea mit frisch zubereiteten Tapiokaperlen und Tanghulu, Früchte mit einer knackigen Zuckerhülle.

Genau diese Gegensätze haben Tokio für uns so besonders gemacht. Innerhalb kürzester Zeit wechselten wir zwischen stillen Schreinen, grünen Gärten, verrückten Einkaufsstraßen und einem Meer aus Neonlichtern.

Asakusa: Das traditionellere Tokio

Einen ganz anderen Eindruck von Tokio bekamen wir in Asakusa. Zwischen Tempeln, kleinen Gassen und Marktständen zeigt sich die japanische Hauptstadt hier von einer traditionelleren Seite.

Unser erster Weg führte auf die kostenlose Aussichtsplattform des Asakusa Culture Tourist Information Center. Von hier oben hat man einen wunderschönen Blick über Asakusa, den Sumida River und in Richtung Tokyo Skytree. Besonders schön sieht man von oben auch die belebte Nakamise Straße, die direkt zum Sensō ji führt.

Der Sensō ji ist der älteste buddhistische Tempel Tokios und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Schon das mächtige Kaminarimon Tor mit seiner riesigen roten Laterne ist beeindruckend. Dahinter führt die Nakamise Straße mit zahlreichen kleinen Geschäften und Essensständen weiter zur Tempelanlage. Hier gibt es Souvenirs, traditionelle Süßigkeiten und jede Menge japanische Spezialitäten zu entdecken.

Auch einige japanische Rituale probierten wir aus. Beim Omikuji zieht man ein kleines Orakel, das etwas über das eigene Glück verrät. Vor dem Tempel gehört außerdem die traditionelle Reinigung mit Wasser dazu. Besonders schön fanden wir den Sensō ji am frühen Abend. Wir kamen noch einmal zurück und erlebten die Tempelanlage deutlich ruhiger und wunderschön beleuchtet. Eine ganz andere Atmosphäre als tagsüber.

Von Asakusa machten wir uns anschließend zu Fuß auf den Weg in Richtung Tokyo Skytree. Ein schöner Teil der Strecke führt über den Sumida River Walk, eine Fußgängerverbindung über den Sumida River. So lässt sich das traditionelle Asakusa wunderbar mit dem modernen Skytree verbinden. Unterwegs hat man immer wieder tolle Ausblicke auf den Fluss und den immer näher rückenden Fernsehturm.

Dabei fällt auch sofort das ungewöhnliche Ensemble der Asahi Gebäude ins Auge. Der goldfarbene Asahi Beer Tower soll an ein gefülltes Bierglas mit Schaumkrone erinnern. Noch kurioser ist die riesige goldene Skulptur daneben. Die Flamme d’Or wurde vom französischen Designer Philippe Starck entworfen und soll eigentlich die brennende Leidenschaft von Asahi symbolisieren. Wegen ihrer länglichen, geschwungenen Form bekam sie allerdings einen deutlich weniger feierlichen Spitznamen: „goldener Kackhaufen“. Seitdem konnten wir ehrlich gesagt auch nichts anderes mehr darin sehen. 😄

Tipp: Wer genügend Zeit hat, sollte die Strecke von Asakusa zum Skytree ruhig zu Fuß gehen. Sie ist nicht besonders lang und der Wechsel vom traditionellen Tokio zum modernen Skytree ist dabei besonders schön.

Tokio von ganz oben

Der Tokyo Skytree war eines unserer großen Tokio Highlights. Schon von weitem ist der 634 Meter hohe Fernsehturm kaum zu übersehen. Je näher wir ihm auf unserem Spaziergang von Asakusa kamen, desto beeindruckender wurde er.

Für Besucher gibt es zwei verschiedene Aussichtsebenen. Die erste ist das Tembo Deck in rund 350 Metern Höhe. Schon hier hat man durch die riesigen Fenster einen fantastischen Rundumblick über Tokio. Besonders beeindruckend fanden wir, wie weit sich die Stadt in alle Richtungen erstreckt. Ein scheinbar endloses Häusermeer.

Wer noch höher hinaus möchte, kann zusätzlich die Tembo Galleria besuchen. Mit einem weiteren Aufzug geht es zunächst auf etwa 445 Meter. Von dort führt ein verglaster, leicht ansteigender Rundgang spiralförmig um den Turm nach oben. Der höchste Punkt für Besucher liegt bei rund 451 Metern. Diesen zweiten Bereich fanden wir fast noch spektakulärer, denn durch die gläserne Konstruktion hat man das Gefühl, hoch über Tokio zu schweben.

Leider war es bei unserem Besuch etwas diesig und der Fuji versteckte sich hinter den Wolken. Der Aussicht tat das für uns aber kaum einen Abbruch. Gerade von hier oben wird einem erst bewusst, welche unglaublichen Dimensionen Tokio hat.

Auch für die Kinder gab es einiges zu entdecken. Besonders der Glasboden, durch den man weit nach unten schauen kann, sorgte für ein bisschen Nervenkitzel. Außerdem konnten wir am W1SH RIBBON einen persönlichen Wunsch hinterlassen, eine schöne Erinnerung an unseren Besuch.

Anschließend gönnten wir uns noch japanische Crêpes mit Eis und machten eine kleine Pause mit Blick auf den Skytree.

Tipp: Wer schon einmal auf dem Skytree ist, sollte überlegen, das Ticket für beide Aussichtsebenen zu nehmen. Für uns hat sich gerade die zusätzliche Fahrt zur Tembo Galleria gelohnt.

.

Taitō: Yanaka, Ueno Park und Ameyoko

Eine weitere Seite Tokios entdeckten wir im Stadtbezirk Taitō. Hier ging es weniger um die ganz großen Sehenswürdigkeiten. Stattdessen ließen wir uns einfach durch unterschiedliche Viertel treiben und erlebten dabei innerhalb weniger Stunden wieder völlig verschiedene Seiten der Stadt.

Unser Spaziergang begann in Yanaka. Besonders gut gefiel uns die kleine Einkaufsstraße Yanaka Ginza mit ihren vielen individuellen Geschäften und kleinen Läden. Hier fanden wir schöne Mitbringsel und Souvenirs und alles wirkte etwas ursprünglicher und weniger touristisch als in vielen anderen Teilen Tokios.

Von dort liefen wir weiter durch den Yanaka Friedhof. Ein Friedhof gehört bei einer Städtereise eigentlich nicht unbedingt zu unserem klassischen Programm, aber dieser Spaziergang war überraschend interessant. Die Anlage ist ziemlich groß und zwischen alten Grabstätten, Bäumen und ruhigen Wegen vergisst man für einen Moment fast, dass man sich mitten in Tokio befindet. Umso spannender fanden wir die Ausblicke auf die moderne Stadt, die zwischendurch immer wieder hinter den Bäumen auftauchte.

Ueno Park: Lotusblätter mitten in der Großstadt

Anschließend erreichten wir den Ueno Park. Rund um den Park befinden sich einige der bedeutendsten Museen Tokios, darunter das Tokyo National Museum. Wir entschieden uns allerdings gegen einen Museumsbesuch und blieben lieber draußen.

Besonders schön fanden wir den Bereich rund um den Shinobazu Teich. Im Sommer war ein großer Teil des Wassers von unzähligen Lotusblättern bedeckt. Dazu kamen Tempel und Schreine und dahinter wieder die moderne Skyline Tokios. Ein wunderschöner Anblick und nach den vollen Straßen eine richtig angenehme kleine Ruhepause.

Ameyoko: Märkte, kleine Läden und jede Menge Leben

Nur wenig später war es mit der Ruhe schon wieder vorbei. Rund um Ameyoko wurde es bunt, laut und lebendig. Unter und entlang der Bahngleise reiht sich hier ein Geschäft an das nächste. Lebensmittel, Kleidung, Kosmetik, Süßigkeiten, Gewürze und allerlei Dinge, bei denen wir teilweise gar nicht wussten, was wir vor uns hatten. Genau solche Gegenden mochten wir in Tokio besonders gerne. Einfach durch die Straßen laufen, schauen, irgendwo abbiegen und zwischendurch etwas essen.

Zum Abschluss landeten wir bei Yang Guo Fu Malatang. Hier konnten wir uns aus einer großen Auswahl unsere Zutaten selbst zusammenstellen und daraus wurde anschließend eine würzige Suppe zubereitet. Wieder so ein Essen, das wir vorher überhaupt nicht auf dem Plan hatten und gerade deshalb richtig spannend fanden.

Ginza: Shopping zwischen Luxus und kleinen Seitenstraßen

Ginza gehört zu Tokios bekanntesten Einkaufsvierteln. Große Kaufhäuser, internationale Luxusmarken und moderne Flagship Stores bestimmen das Bild. Besonders bekannt ist die Ginza Dori, die große Einkaufsstraße des Viertels. Wir fanden aber auch die kleineren Seitenstraßen richtig schön.

Eine davon ist die Suzuran Street, die wir eher zufällig entdeckten. Schon das bunte Eingangsschild fällt sofort ins Auge. Die Straße verläuft nur einen Block von der großen Ginza Dori entfernt und wirkt deutlich kleiner und gemütlicher. Hier findet man Geschäfte, Restaurants, Boutiquen und Galerien und kann einfach ein bisschen durch die Straßen schlendern.

Natürlich landeten wir auch im riesigen UNIQLO Ginza. Das Geschäft erstreckt sich tatsächlich über zwölf Etagen und ist schon deshalb sehenswert. Besonders interessant für unsere Kinder war die UT Etage mit T Shirts und Kollektionen rund um Popkultur, Kunst und verschiedene Kooperationen. Auf der zwölften Etage gibt es sogar einen UNIQLO Coffee.

Natürlich blieb es bei uns nicht nur beim Anschauen. Ein paar Einkaufstüten kamen in Ginza dann doch zusammen. 😉 Damit wollten wir allerdings nicht den restlichen Tag durch Tokio laufen. Praktischerweise gibt es in der Stadt an vielen Bahnhöfen und zentralen Punkten Schließfächer, in denen man Einkäufe oder Gepäck unkompliziert verstauen kann. Wir suchten uns kurzerhand welche in der Nähe, schlossen unsere Tüten für kleines Geld ein und konnten anschließend ganz entspannt weiterziehen.

Tipp: Gerade wenn man Shopping und Sightseeing an einem Tag verbindet, sind die Schließfächer in Tokio unglaublich praktisch.

Akihabara: Manga, Anime und eine ziemlich verrückte Welt

Ein Viertel, das unsere Kinder unbedingt sehen wollten, war Akihabara. Früher vor allem als Elektronikviertel bekannt, ist Akihabara heute eines der Zentren der japanischen Anime, Manga, Gaming und Otaku Kultur. Schon beim Verlassen des Bahnhofs wird klar, dass man hier in einer völlig anderen Welt gelandet ist. Riesige bunte Fassaden zeigen Mangafiguren, dazwischen liegen Elektronikgeschäfte, Spielhallen und unzählige Läden mit Figuren, Sammelkarten, Comics und Fanartikeln.

Wir gingen auch in eines dieser großen Häuser, in denen sich gefühlt Etage für Etage alles nur um Manga, Anime, Figuren und Sammlerstücke dreht. Selbst wenn man sich damit vorher kaum beschäftigt hat, ist es spannend zu sehen, welche Dimension diese Kultur in Japan hat.

Sehr auffällig waren für uns auch die vielen jungen Frauen in auffälligen Kostümen, die besonders am Abend entlang der Straßen standen und kleine Werbeschilder hielten. Viele werben für die für Akihabara typischen Maid Cafés und andere Concept Cafés. Diese Cafés gehören inzwischen fest zur besonderen Subkultur des Viertels. Das offizielle Tourismusportal Tokios beschreibt Akihabara ebenfalls als Zentrum der Otaku Kultur mit Anime, Manga, Games, Cosplay und Concept Cafés.

Wir selbst haben kein Maid Café besucht, fanden aber schon das Treiben auf den Straßen unglaublich interessant. Akihabara muss man eigentlich gar nicht groß erklären. Man sollte einfach hindurchlaufen, schauen und diese etwas verrückte Welt auf sich wirken lassen. Gerade mit älteren Kindern und Teenagern fanden wir das Viertel richtig spannend.

Minato und Azabudai: Zwischen Tempel, Tokyo Tower und digitaler Kunst

Zōjō ji und Tokyo Tower

Einen besonders schönen Kontrast zwischen Tradition und Moderne erlebten wir im Stadtbezirk Minato. Direkt hinter dem traditionsreichen Zōjō ji Tempel ragt der rot weiße Tokyo Tower in den Himmel. Für uns war dieser Anblick typisch Tokio: jahrhundertealte Tempel und moderne Großstadt liegen hier unmittelbar nebeneinander.

Der Tokyo Tower ist 333 Meter hoch und erinnert mit seiner Form ein wenig an den Eiffelturm. Wir verzichteten auf die Fahrt nach oben, denn nach unseren anderen Aussichtspunkten in Tokio genügte uns dieses Mal der Blick von unten. Besonders schön fanden wir die Perspektive vom Tempel mit dem Tower im Hintergrund.

Azabudai Hills und teamLab Borderless

Ein ganz besonderes Erlebnis erwartete uns in den Azabudai Hills im Stadtbezirk Minato. Dort besuchten wir das teamLab Borderless: MORI Building DIGITAL ART MUSEUM. Eigentlich dachten wir, dass wir die Ausstellung schnell zwischendurch anschauen würden. Am Ende waren wir über zwei Stunden dort und hätten noch länger bleiben können.

teamLab Borderless ist kein klassisches Museum. Es gibt keinen festen Rundgang. Stattdessen bewegt man sich durch unterschiedlichste digitale Welten mit Licht, Farben, Projektionen, Spiegeln, Musik und teilweise sogar Düften. Kunstwerke verändern sich, wandern von einem Raum in den nächsten und reagieren teilweise auf die Besucher. Hinter jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken und wir waren wirklich fasziniert.

Besonders schön fanden wir das Sketch Aquarium. Hier konnten wir eigene Fische und Meeresbewohner ausmalen, die anschließend eingescannt wurden und plötzlich als Teil der digitalen Unterwasserwelt über die Wände schwammen. Natürlich suchten wir sofort unsere eigenen Kunstwerke zwischen all den anderen Fischen.

Für uns war teamLab Borderless ein tolles Erlebnis für die ganze Familie und weit mehr als nur eine Lichtershow.
Tipp: Mindestens zwei Stunden sollte man für den Besuch einplanen.

teamLab Borderless Tokyo in Azabudai Hills

Mit dem Shinkansen nach Osaka

Für längere Strecken ist der Shinkansen eine fantastische Möglichkeit, Japan zu erkunden. Unsere Plätze hatten wir bereits von Deutschland aus über SmartEX gebucht und reserviert. Das funktionierte überraschend unkompliziert. Nach der Buchung konnte ich die Zugtickets beziehungsweise QR Tickets direkt im Wallet meines iPhones speichern und hatte so alle Fahrkarten für uns griffbereit. Gerade für uns als fünfköpfige Familie war die Reservierung im Voraus praktisch, da wir so sicher zusammen sitzen konnten.

Die großen Koffer ließen wir vorab zum nächsten Hotel schicken. Das können wir Familien nur empfehlen. Große Gepäckstücke unterliegen im Shinkansen bestimmten Größenregelungen und benötigen teilweise speziell reservierte Plätze. Vor allem aber ist es wesentlich angenehmer, sich ohne große Koffer durch die riesigen Bahnhöfe zu bewegen.

Dabei waren die Bahnhöfe viel unkomplizierter als erwartet. Vieles ist zusätzlich auf Englisch ausgeschildert und die Züge fahren tatsächlich nahezu auf die Minute. Bei unserer ersten Fahrt waren wir aus Sorge viel zu früh da.

Zur Shinkansen Fahrt gehört für uns unbedingt ein Ekiben. Diese speziellen Bento Boxen werden an Bahnhöfen verkauft und enthalten je nach Variante unterschiedliche Gerichte und teilweise regionale Spezialitäten. Dann heißt es zurücklehnen, essen und Japan am Fenster vorbeiziehen lassen. Die Züge sind komfortabel und bieten viel Platz. Wir nutzten die Fahrt bewusst zum Abschalten und Handyladen. Bei klarer Sicht kann man auf der Strecke sogar den Fuji sehen. Wir hatten leider Pech. Er versteckte sich hartnäckig hinter den Wolken.

Tipp: Wer seine Shinkansen Fahrten schon vor der Reise festlegen kann, kann Tickets und Sitzplätze bequem vorab über SmartEX buchen. Besonders für Familien, die mehrere Plätze nebeneinander benötigen, fanden wir das sehr angenehm.

SmartEX – offizielle Buchungsseite für den Shinkansen

Osaka: Dotonbori, Shopping und jede Menge Lichter

Osaka fühlte sich noch einmal anders an als Tokio. Rund um Namba und Dotonbori begegneten uns riesige Reklamen, unzählige Restaurants, Geschäfte und jede Menge Leben. Besonders am Abend ist dieses Viertel ein Erlebnis.

Was uns besonders gut gefiel, war der Dotonbori Kanal, der mitten durch das Vergnügungsviertel führt. Entlang des Wassers kann man wunderbar spazieren und das bunte Treiben beobachten. Sobald es dunkel wird, spiegeln sich die riesigen Leuchtreklamen im Wasser und sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Natürlich durfte auch der berühmte Glico Running Man nicht fehlen. Der Läufer, der mit erhobenen Armen durchs Ziel läuft, gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Osakas. Die erste Glico Reklametafel wurde hier bereits 1935 aufgestellt. Heute ist der Running Man aus Dotonbori kaum wegzudenken und einer der beliebtesten Fotospots der Stadt.

Auch zum Shoppen hat uns Osaka richtig gut gefallen. Rund um Namba und Dotonbori gibt es lange überdachte Einkaufspassagen mit großen Geschäften, kleinen Läden, Kosmetik, Mode, Souvenirs und natürlich jede Menge Essen. Eine weitere Shoppingstraße bauten wir ganz bewusst in unsere Route durch Osaka ein: die Tenjinbashisuji Shopping Street. Mit rund 2,6 Kilometern gilt sie als längste Einkaufsstraße Japans. Ein großer Teil verläuft unter überdachten Arkaden und entlang der Strecke reihen sich Hunderte kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés aneinander. Anders als in den großen modernen Einkaufszentren bekommt man hier auch einen schönen Eindruck vom alltäglichen Osaka. Wir legten unsere Route so, dass wir einen Teil des Weges ganz praktisch durch die Shoppingstraße laufen konnten und dabei gleichzeitig jede Menge zu sehen hatten.

Auch kulinarisch hat uns Osaka begeistert. Gefühlt gab es an jeder Ecke etwas Neues zu probieren. Kleine Restaurants, winzige Imbisse und Streetfood Stände reihten sich aneinander und überall duftete es nach frisch zubereitetem Essen. Besonders bekannt ist Osaka für Takoyaki, kleine Teigbällchen mit Oktopus, und Okonomiyaki, eine herzhafte Spezialität, die direkt auf der heißen Platte zubereitet wird. Dazu kamen Fleischspieße, Gyoza und viele Kleinigkeiten, deren Namen wir teilweise gar nicht kannten, die aber einfach zu lecker aussahen, um vorbeizugehen. Wer gerne isst und Neues probiert, sollte für Osaka auf jeden Fall genügend Hunger mitbringen.

Für uns war es genau diese Mischung aus Wasser, Neonlichtern, Shopping, Essen und japanischem Großstadtleben, die Osaka so besonders machte. Tokio hat uns begeistert, aber Osaka hatte noch einmal eine ganz eigene, etwas lebhaftere Atmosphäre.

Umeda Sky Building: Osaka von oben

Eines unserer großen Highlights in Osaka war das Umeda Sky Building, das wir im Rahmen einer Kooperation besuchen durften. Schon von außen ist das Gebäude außergewöhnlich. Zwei rund 173 Meter hohe Türme werden ganz oben durch eine spektakuläre Konstruktion miteinander verbunden.

Bereits der Weg nach oben gehört zum Erlebnis. Besonders beeindruckend sind die verglasten Rolltreppen, die scheinbar frei zwischen den beiden Türmen schweben. Oben angekommen wartet das Kuchu Teien Observatory, auch Floating Garden Observatory genannt.

Der eigentliche Höhepunkt befindet sich noch eine Etage höher. Auf dem offenen Sky Walk kann man unter freiem Himmel einmal rund um das Gebäude laufen und den 360 Grad Blick über Osaka genießen. Genau das hat uns besonders gefallen. Keine Glasscheibe vor der Nase, sondern Wind im Gesicht und die Stadt direkt unter uns. Nach den vielen Aussichtspunkten unserer Japanreise war das noch einmal ein ganz anderes Erlebnis.

Anschließend machten wir es uns noch oben im Café gemütlich und genossen die Aussicht etwas länger. Für uns ist das Umeda Sky Building deshalb nicht nur wegen des Panoramas sehenswert. Die ungewöhnliche Architektur, die schwebenden Rolltreppen und die offene Dachterrasse machen bereits den Weg nach oben zu einem Erlebnis.

www.skybldg.co.jp/en

Universal Studios Japan: Ein Tag voller Filmwelten und Action

Einen kompletten Tag reservierten wir für die Universal Studios Japan. Gerade mit älteren Kindern und Teenagern ist der Park ein absolut empfehlenswertes Ausflugsziel. Besonders positiv überraschte uns, dass der Park nicht überdimensioniert wirkt. Viele Themenwelten und Attraktionen liegen relativ kompakt beieinander, sodass wir an einem Tag erstaunlich viel erleben konnten.

Natürlich wollten wir unbedingt ins Super Nintendo World. Schon beim Betreten fühlt man sich, als wäre man mitten in ein Videospiel geraten. Überall entdeckt man bekannte Figuren, bewegliche Elemente und kleine Details aus der Welt von Super Mario. Dazu kommen Attraktionen wie Mario Kart und Yoshi sowie die inzwischen eröffnete Donkey Kong Welt.

Ein weiteres Erlebnis war The Wizarding World of Harry Potter. Hogwarts, Hogsmeade und die vielen liebevollen Details lassen einen tatsächlich für eine Weile vergessen, dass man sich mitten in Osaka befindet. Auch die großen Achterbahnen kamen bei uns nicht zu kurz. Hollywood Dream The Ride sorgte bei der ganzen Familie für ordentlich Bauchkribbeln. Noch eine Nummer spektakulärer ist The Flying Dinosaur. Hier hängt man während der Fahrt mit dem Gesicht nach unten unter der Schiene und rast durch Loopings und Schrauben. Definitiv nichts für schwache Nerven, aber für Achterbahnfans ein echtes Erlebnis.

Dank unserer Express Pässe konnten wir fast alle Attraktionen erleben, die wir uns vorgenommen hatten. Gerade wenn man nur einen Tag zur Verfügung hat, würden wir diese zusätzliche Investition auf jeden Fall in Betracht ziehen, denn die Wartezeiten können bei beliebten Attraktionen lang werden.

Was uns ebenfalls gefiel, war die Atmosphäre im gesamten Park. Schon der Hollywood Bereich ist mit seinen Straßen, Fassaden und Filmkulissen wunderschön gestaltet. Dazu kommen Shows, Restaurants und ständig neue Details, die es zu entdecken gibt.

Zum Park gibt es noch viel mehr zu erzählen, unsere Erfahrungen, Tipps und Lieblingsattraktionen findet ihr in unserem ausführlichen Bericht über die Universal Studios Japan. www.kimapa.de/universal-studios-japan-osaka

Kyoto: Ein Tag war eigentlich zu wenig

Für Kyoto hatten wir nur einen einzigen Tag eingeplant und den haben wir wirklich voll ausgenutzt. Im Nachhinein würden wir der Stadt mindestens eine oder zwei zusätzliche Nächte geben. Kyoto hat eine völlig andere Atmosphäre als Tokio und Osaka und es gibt unglaublich viel zu entdecken. Trotzdem fühlte sich unser Tag erstaunlicherweise nicht nach einem reinen Abhaken von Sehenswürdigkeiten an. Dafür sorgten die historischen Gassen, kleinen Geschäfte und natürlich die vielen Pausen mit japanischen Leckereien.

Unser Tag begann am berühmten Fushimi Inari Taisha. Tausende zinnoberrote Torii Tore ziehen sich hier den Berg hinauf und bilden teilweise lange, fast endlos wirkende Tunnel. Der Schrein ist dem Shintō Gott Inari gewidmet. Deshalb begegnet man auf dem Gelände immer wieder Fuchsstatuen, denn Füchse gelten als seine Boten. Wer möchte, kann dem Weg mehrere Stunden bis auf den Berg folgen. So viel Zeit hatten wir nicht und liefen deshalb nur einen Teil der Strecke. Für uns hat sich der Besuch trotzdem absolut gelohnt.

Anschließend ging es weiter zum Kiyomizu dera, einem der bekanntesten Tempel Kyotos. Besonders beeindruckend ist die große hölzerne Terrasse, von der man weit über Kyoto blickt. Schon der Weg dorthin macht Spaß, denn rundherum beginnt eines der Viertel, in denen wir das historische Kyoto besonders intensiv erlebt haben.

Durch die wunderschönen Gassen von Ninenzaka und Sannenzaka schlenderten wir vorbei an traditionellen Holzhäusern, kleinen Geschäften, Teehäusern und unzähligen Möglichkeiten, japanische Spezialitäten zu probieren. Hier lohnt es sich, nicht einfach von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu laufen, sondern sich treiben zu lassen.

Überhaupt gehörte das Essen für uns an diesem Tag fest zum Sightseeing. Wir probierten Gurken am Stiel, Reissnacks, Wagyu Spieße und immer wieder kleine Spezialitäten. So entstanden ganz automatisch Pausen und unser eigentlich ziemlich straffes Programm fühlte sich viel entspannter an, als es auf dem Papier klingt.

Ein kleiner Bambuswald mitten auf unserer Route

Den berühmten Bambuswald von Arashiyama hätten wir gerne gesehen, für unseren einzigen Tag in Kyoto lag er allerdings zu weit außerhalb unserer Route. Eine wunderschöne Alternative fanden wir beim Kōdai ji Tempel in Higashiyama. Der Tempel lag perfekt auf unserem Weg zwischen den historischen Gassen und Gion und besitzt einen eigenen kleinen Bambushain. Nach dem Besuch der Tempelanlage führte uns der Weg zwischen den hohen Bambusstämmen hindurch. Natürlich ist der Bambushain deutlich kleiner als der berühmte Wald von Arashiyama, aber gerade das gefiel uns. Wir konnten das besondere Gefühl eines japanischen Bambuswaldes erleben, ohne dafür quer durch Kyoto fahren zu müssen. Für Familien mit wenig Zeit in Kyoto ist das eine richtig schöne Alternative.

Weiter ging es durch Gion, Kyotos berühmtes historisches Viertel. Gerade hier hatten wir immer wieder das Gefühl, in ein anderes Japan einzutauchen. Traditionelle Machiya Häuser, kleine Gassen, Schreine und Teehäuser stehen im starken Kontrast zu den modernen Großstädten, die wir zuvor erlebt hatten.

Wir besuchten außerdem den Yasaka Schrein und schlenderten über den Nishiki Markt. Die schmale überdachte Marktstraße wird gerne als „Küche Kyotos“ bezeichnet. Hier findet man Lebensmittel, Gewürze, Süßigkeiten, Fisch, eingelegtes Gemüse und jede Menge Dinge, bei denen wir zunächst gar nicht wussten, was wir eigentlich vor uns hatten. Genau das machte für uns den Spaß aus.

Am Abend führte uns der Weg schließlich nach Pontochō. Die schmale Gasse mit ihren traditionellen Häusern, Laternen und zahlreichen Restaurants fanden wir besonders stimmungsvoll. Sobald es dunkel wird, entwickelt die Gegend noch einmal eine ganz eigene Atmosphäre.

Zum Abschluss landeten wir bei einem japanischen Hot Pot, Nabe, und saßen an einem sogenannten Horigotatsu. Dabei sitzt man niedrig am Tisch und optisch fast auf Bodenhöhe, kann die Beine aber bequem in einer Vertiefung unter dem Tisch abstellen. Gemeinsam am Tisch zu sitzen, den Hot Pot zuzubereiten und nach diesem langen Tag einfach nur zu essen, war der perfekte Abschluss.

Kyoto war für uns vollkommen anders als Tokio und Osaka und genau deshalb eine wunderbare Ergänzung unserer Japanreise. Nur eines würden wir beim nächsten Mal ändern: Wir würden definitiv länger bleiben.

Tokio für Pokémon Fans

Mit Pokémon Fans in der Familie bekommt Tokio noch einmal eine ganz eigene Dimension.

Mehrere Pokémon Center lassen sich wunderbar als Zwischenstopps in eine Sightseeing Route einbauen. Unsere Kinder interessierten sich besonders für die japanischen Pokémon Karten. Die Booster waren deutlich günstiger als zu Hause, enthalten allerdings häufig nur fünf Karten und sind natürlich auf Japanisch. Dafür konnten wir sogar Karten beziehungsweise Sets ergattern, die es zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht gab.

Pokémon GO war ebenfalls ein erstaunlich guter Reisebegleiter. Plötzlich waren auch längere Fußwege kein Problem mehr. Auf dem Weg gab es PokéStops, Arenen und Pokémon zu entdecken, die bei uns in Deutschland nicht regulär auftauchen.

Eine weitere Besonderheit sind die Poké Lids. Das sind kunstvoll gestaltete Kanaldeckel mit unterschiedlichen Pokémon Motiven, die man in verschiedenen Regionen Japans entdecken kann.

Tipp für Eltern von Pokémon Fans: Unbedingt einbauen. Wir haben selten erlebt, dass unsere Kinder so bereitwillig kilometerweit durch eine Großstadt gelaufen sind.

Konbinis: Unsere heimlichen Japan Highlights

Was unsere Kinder fast genauso faszinierte wie manche Sehenswürdigkeit, waren die Konbinis. 7 Eleven, FamilyMart und Lawson findet man gefühlt an jeder Ecke. Die kleinen Convenience Stores bieten Sandwiches, Nudeln, Reisgerichte, Eis, Getränke, Snacks und unzählige Dinge, die wir erst einmal ausprobieren mussten.

Auf Social Media gibt es inzwischen einen regelrechten Hype um japanische Konbini Produkte. Unsere Kinder waren deshalb schon vor der Reise bestens informiert und wussten teilweise viel besser als wir, was unbedingt probiert werden musste. Natürlich testeten wir uns durch die verschiedensten Varianten und waren selbst überrascht, wie gut uns eigentlich alles schmeckte.

Unser Favorit waren die Smoothies. Man kauft einen Becher mit gefrorenen Früchten, stellt ihn in die entsprechende Maschine und hält kurze Zeit später einen frisch gemixten Smoothie in der Hand.

Auch preislich waren die Konbinis eine positive Überraschung. Viele Lebensmittel, Snacks und Getränke empfanden wir im Vergleich zu Deutschland als ausgesprochen günstig. Für uns gehörte ein Abstecher in den Konbini irgendwann ganz selbstverständlich zu jedem Tag in Japan dazu.

Unterwegs in Japan: Was Familien wissen sollten

Für Bahn und U Bahn nutzten wir wiederaufladbare IC Karten. Jede Person benötigt eine eigene Karte. Beim Ein und Aussteigen hält man sie einfach an das Lesegerät und der Fahrpreis wird automatisch abgebucht. Das Aufladen an den Automaten funktionierte problemlos und die Bedienung ließ sich auf Englisch umstellen. Unsere zwölfjährige Tochter benötigte bereits den entsprechenden Erwachsenentarif.

Obwohl die Bahn hervorragend funktioniert, nutzten wir zu fünft auch immer wieder Uber. Bei manchen Strecken war der Preisunterschied gar nicht so groß und nach einem langen Sightseeing Tag war ein Taxi manchmal einfach angenehm.

Eine kleine Alltagsbeobachtung sorgte dabei immer wieder für Unterhaltung. In Tokio standen die Menschen auf Rolltreppen nach unserer Beobachtung meist links, in Kyoto eher rechts. In Osaka machten wir es irgendwann ganz einfach: Wir stellten uns dorthin, wo der Mensch vor uns stand.

Essen in Japan: Unsere größte Sorge völlig unbegründet

Vor unserer Reise hatte ich mir tatsächlich Gedanken über das Essen gemacht. Werden die Kinder immer etwas finden? Schmeckt uns die japanische Küche? Im Nachhinein völlig unbegründet. Wir haben in Japan fantastisch gegessen und jeder von uns hat immer etwas gefunden.

Natürlich gab es bei uns jede Menge Sushi, unglaublich lecker und für unser Empfinden deutlich günstiger als in Deutschland. Dazu kamen Ramen, Gyoza, Yakitori, knuspriges Karaage, Wagyu am Spieß und viele kleine Köstlichkeiten von Märkten und Straßenständen. Besonders schön fanden wir Nabe, den japanischen Hotpot, und Restaurants, in denen Fleisch direkt am Tisch gegrillt wird, das sogenannte Yakiniku.

Überhaupt machte das Essen unglaublich viel Spaß. Alles sah appetitlich aus, wir probierten ständig Neues und tatsächlich war während der gesamten Reise nichts dabei, was uns überhaupt nicht geschmeckt hätte.

Nur zu fünft spontan einen Tisch zu bekommen, war manchmal eine kleine Herausforderung, denn viele Restaurants sind überraschend klein. Dafür fanden wir an jeder Ecke Alternativen und richtig gutes Essen war häufig erstaunlich günstig.

Wer mit Kindern nach Japan reist, muss sich um das Essen wirklich keine Sorgen machen. Lieber genügend Hunger und ganz viel Neugier mitbringen.

Japan im Sommer

Wir waren im August unterwegs und hatten teilweise zwischen 30 und 36 Grad. Dazu kam eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das ist heiß und sollte bei der Reiseplanung nicht unterschätzt werden. Trotzdem kamen unsere Kinder erstaunlich gut damit zurecht.

Japan ist auf die sommerlichen Temperaturen bestens eingestellt. Getränkeautomaten stehen wirklich überall und gekühlte Getränke sind vergleichsweise günstig. Unsere große Entdeckung waren außerdem die japanischen Kühltücher. Die einzeln verpackten, feuchten Tücher bekommt man in jedem Konbini, Drogeriemarkt oder Don Quijote. Sie fühlen sich auf der Haut herrlich kühl an und wir legten sie uns unterwegs gerne in den Nacken oder über Arme und Gesicht. Gerade nach längeren Fußwegen waren sie eine kleine Wohltat und gehörten bei uns irgendwann zur Grundausstattung im Rucksack.

Auch Geschäfte, Bahnhöfe und Einkaufszentren sind klimatisiert und eignen sich perfekt für eine kurze Pause. Angenehm fanden wir, dass die Klimaanlagen meist nicht ganz so extrem eingestellt waren, wie wir es beispielsweise aus den USA kennen. Trotzdem hatte ich für längere Aufenthalte drinnen vorsichtshalber immer einen dünnen Schal dabei. Den Kindern war das wiederum völlig egal.

Tipp für Japan im Hochsommer: viel trinken, regelmäßig Pausen einlegen und unbedingt einmal die japanischen Kühltücher ausprobieren.

Kaum Mülleimer und trotzdem unglaublich sauber

Eines der großen Rätsel unserer Reise: Wo sind eigentlich die Mülleimer? Im öffentlichen Raum gibt es so gut wie keine Mülleimer. Man trägt seinen Müll deshalb häufig einfach mit sich herum, bis sich eine geeignete Möglichkeit zur Entsorgung findet. Nach kurzer Zeit gewöhnten wir uns daran. Tokio und Kyoto haben wir trotzdem als ausgesprochen sauber erlebt.

Auch Essen im Gehen ist in Japan eher unüblich. Bei Marktständen oder Konbinis gibt es teilweise Bereiche, in denen man das Gekaufte essen und die Verpackung anschließend entsorgen kann.

Überraschend angenehm für Familien ist dagegen die Toilettensituation. Wir fanden fast überall saubere Toiletten, beispielsweise an Bahnhöfen, in Einkaufszentren und bei Sehenswürdigkeiten. Es gibt sogar digitale Karten und Apps, mit denen sich Toiletten in der Umgebung finden lassen.

Apartmenthotels: Ideal für größere Familien

Was uns bei der Reiseplanung positiv überrascht hat, war die Auswahl an Unterkünften für größere Familien. Wir reisten zu fünft und fanden in Tokio, Osaka und Kyoto erstaunlich viele Möglichkeiten, gemeinsam in einem Zimmer oder Apartment zu wohnen.

Wir entschieden uns für mehrere Aufenthalte bei MIMARU. Das Konzept der Apartmenthotels hat für uns als fünfköpfige Familie hervorragend funktioniert. Statt nur Betten in einem klassischen Hotelzimmer zu haben, hatten wir einen gemeinsamen Wohnbereich, Platz zum Essen und je nach Apartment Küche, mehrere Schlafbereiche und weitere praktische Ausstattung. Nach einem langen Tag in Tokio war es unglaublich angenehm, die Tür hinter sich zu schließen und einen richtigen Rückzugsort für die ganze Familie zu haben.

Wer früh bucht, kann nach unserer Erfahrung auch preislich sehr interessante Angebote finden.

www.kimapa.de/mimaru-apartment-hotels-in-japan-mit-kindern-und-teenagern-fast-wie-zuhause

Tax Free Shopping: Reisepass nicht vergessen

Diesen Fehler haben wir nur einmal gemacht. Wer in Japan steuerfrei einkaufen möchte, sollte seinen Reisepass beim Shopping dabeihaben. Viele größere Geschäfte bieten Tax Free Shopping für ausländische Besucher an. Wir hatten unsere Pässe am Anfang natürlich genau dann nicht dabei, als wir sie gebraucht hätten.

Unser Fazit: Japan mit Kindern

Japan war anders als jede Familienreise, die wir bisher gemacht haben. Es war laut und gleichzeitig erstaunlich geordnet. Modern und gleichzeitig voller Traditionen. Wir standen zwischen Neonreklamen in Shinjuku, liefen durch jahrhundertealte Tempelanlagen, aßen uns durch Märkte und Konbinis, jagten Pokémon durch Tokio und saßen zwischendurch mit einer Bento Box im Shinkansen. Vor allem aber haben unsere Kinder diese Reise genauso intensiv erlebt wie wir.

Japan ist kein Reiseziel, bei dem Kinder einfach beim Programm der Erwachsenen mitlaufen müssen. Jeder von uns fand etwas, das ihn begeisterte. Vielleicht war genau das das Schönste an dieser Reise. Und eines war uns schon vor dem Rückflug klar: Das war ganz sicher nicht unser letztes Mal in Japan.