Ein besonderer Ausflug in München:

der Justizpalast und der Saal der Weißen Rose

Außenansicht des Justizpalasts in München am Karlsplatz mit historischer Fassade und großer Kuppel

Eine Münchner Sehenswürdigkeit, die anders ist

Wenn man an Sehenswürdigkeiten in München denkt, fallen einem meist sofort der Marienplatz, Schloss Nymphenburg oder der Englische Garten ein. Aber manchmal sind es gerade die Orte, die nicht auf jeder klassischen To-do-Liste stehen, die einen besonders beeindrucken. Wie der Justizpalast in München.

Mitten in der Innenstadt, direkt am Karlsplatz-Stachus, steht dieses monumentale Gebäude an der Prielmayerstraße 7. Schon von außen wirkt der Justizpalast imposant und fast ein wenig ehrfurchtgebietend. Große Fassaden, historische Architektur und eine enorme Präsenz – man merkt sofort, dass dieser Ort eine ganz besondere Geschichte in sich trägt.

Schon das Gebäude ist beeindruckend

Der Justizpalast wurde zwischen 1890 und 1897 nach den Plänen des Architekten Friedrich von Thiersch erbaut. Der Baustil ist prachtvoll und repräsentativ, mit vielen Details, die man leicht übersieht, wenn man nur daran vorbeiläuft. Besonders beeindruckend ist auch die große Glaskuppel im Inneren, die dem Gebäude fast etwas Palastartiges verleiht.

Genau das macht den Ort so spannend: Er ist kein typisches Museum und keine klassische Sehenswürdigkeit, sondern ein Gebäude, das bis heute genutzt wird – und gerade deshalb wirkt die Geschichte hier noch viel unmittelbarer.

Der originale Gerichtssaal der Weißen Rose

Der eigentliche Grund für unseren Besuch war aber der Weiße-Rose-Saal, also der originale Gerichtssaal im Justizpalast. Genau dort wird Geschichte auf eine Weise greifbar, die einen wirklich nicht kaltlässt.

In diesem Saal fanden 1943 Prozesse gegen Mitglieder der Weißen Rose statt, jener studentischen Widerstandsgruppe, zu der unter anderem Hans und Sophie Scholl gehörten. Der Ort ist deshalb nicht nur historisch bedeutend, sondern auch emotional sehr eindrucksvoll. Man steht dort nicht einfach vor einer Ausstellung, sondern an einem authentischen Schauplatz deutscher Geschichte.

Das hat uns sehr bewegt. Es ist etwas anderes, von der Weißen Rose in der Schule oder in einem Buch zu lesen, als an dem Ort zu stehen, an dem NS-Unrecht ganz konkret sichtbar wurde.

Spannend und eindrucksvoll erklärt

Was wir sehr gelungen fanden: Der Besuch ist nicht nur bewegend, sondern auch informativ. Im Saal und in der Ausstellung gibt es Erklärungen und Hintergrundinformationen, die sehr verständlich aufbereitet sind. So erfährt man nicht nur mehr über die Prozesse gegen die Weiße Rose, sondern auch darüber, wie die Justiz in der NS-Zeit als Werkzeug des Unrechts missbraucht wurde.

Dadurch wird der Besuch nicht nur zu einem historischen Ausflug, sondern auch zu einem Ort des Nachdenkens. Man nimmt viel mehr mit als nur ein paar schöne Eindrücke mit, nämlich auch ein stärkeres Bewusstsein dafür, wie wichtig Rechtsstaat, Freiheit und Zivilcourage sind.

Wo der Justizpalast liegt und warum sich ein Besuch lohnt

Der Justizpalast liegt sehr zentral am Karlsplatz-Stachus und ist dadurch ganz einfach erreichbar. Gerade wenn man München schon öfter besucht hat und einmal etwas anderes sehen möchte, ist dieser Ort eine echte Empfehlung.

Für uns ist der Justizpalast eine Münchner Sehenswürdigkeit, die oft unterschätzt wird. Er ist beeindruckend, weil die Architektur so gewaltig ist. Er ist spannend, weil die Geschichte einen direkt berührt.

Danach: ein Spaziergang im Alten Botanischen Garten

Direkt gegenüber vom Justizpalast liegt der Alte Botanische Garten. Nach den intensiven Eindrücken im Weiße-Rose-Saal ist das der perfekte Ort, um noch ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Der Alte Botanische Garten hat selbst eine lange Geschichte. Er wurde 1812 eröffnet und gehört damit zu den historischen Grünanlagen Münchens. Heute ist er ein ruhiger Park mitten in der Stadt und ideal für einen kleinen Spaziergang, um alles noch einmal auf sich wirken zu lassen.

Fazit

Wer in München eine Sehenswürdigkeit sucht, die mal etwas anderes ist, sollte sich den Justizpalast unbedingt merken. Der Eintritt ist kostenlos, dadurch lässt sich der Besuch ganz unkompliziert in einen München-Tag einbauen.

Außerdem ist der Ausflug sehr gut für Teenager geeignet. Gerade ältere Kinder und Jugendliche können hier viel mitnehmen, weil der Ort Geschichte nicht trocken vermittelt, sondern sehr direkt und greifbar macht. Unsere älteren Kids fanden es deshalb auch sehr spannend.

Adresse:
Salzburger Straße 24
83471 Berchtesgaden

Maps

Anfahrt:
Von München kommend A8 Ausfahrt Piding, weiter auf der B20 über Bad Reichenhall nach Berchtesgaden, Mautfrei!

Parken:
Parkplätze sind ausreichend vorhanden